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VBB muss Bus&Bahn-Begleitservice einschränken
DBV kritisiert Mittelstreichung


[03.02.2012] Die Teilhabe älterer und behinderter Menschen am öffentlichen Leben in Berlin wird wieder schwerer. Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) muss sein Angebot zum 1. Februar 2012 erheblich einschränken. Das kostenfreie Angebot der Begleitung durch geschulte Mitarbeiter kann ab sofort nur noch montags bis freitags von 7 Uhr bis 18 Uhr sichergestellt werden. Der Grund: die befristeten Verträge von 60 der insgesamt ehemals 120 Mitarbeiter wurde nicht verlängert, weil die Finanzierung über den öffentlichen Beschäftigungssektor nicht verlängert wurde.

Der DBV bedauert diesen Wegfall. Nicht nur für die Menschen, die sich dank dieser Unterstützung wieder unproblematischer bewegen konnten, ist dies sehr bedauerlich. Auch für die 60 arbeitslosen Berliner, die hier wieder eine wichtige Tätigkeit fanden, ist der Wegfall ärgerlich.

Die Finanzierung fand bisher als Mix aus Landes- und EU-Mitteln statt. Der DBV-Landesverband sieht in der Nicht-Fortsetzung einen Widerspruch zum Berliner Koalitionsvertrag zwischen SPD und CDU. Denn dort ist davon die Rede, dass die umfassende Nutzbarkeit des öffentlichen Freiraums und des öffentlichen Personennahverkehrs von zentraler Bedeutung sei. Der VBB-Begleitservice war nicht nur ein vielbeachtetes Projekt zur Integration von Langzeitarbeitslosen, das inzwischen in vielen anderen Regionen ebenfalls erfolgreich kopiert wird.

Wenn der Berliner Senat es mit der Inklusion behinderter Menschen, der Teilhabe am öffentlichen Leben und der Integration von Langzeitarbeitslosen ernst meint, müsste er schnellstmöglich dafür Sorge tragen, dass das Projekt im gewohnten Umfang fortgesetzt wird.

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Ist das Notfallmanagement bei der DB AG ausreichend?
Potsdam war schon wieder von Berlin abgeschnitten


[30.01.2012] Am Sonnabend Nachmittag (28. Januar 2012)  fuhren schon wieder stundenlang kein Züge zwischen Berlin und Potsdam. In Wannsee war ein Stellwerk ausgefallen. Der DBV-Landesverband fordert endlich Maßnahmen zur Stabilisierung des Zugverkehrs im „Nadelöhr“ Wannsee - Potsdam Hbf.

Wieder einmal konnte die DB AG ihr Versprechen, den S-Bahn-Verkehr zwischen Berlin und Potsdam stabil und pünktlich anzubieten, nicht einlösen. Verlass war lediglich auf die überflüssige Floskel „Wir bitten um Ihr Verständnis“. Durch einen Stellwerksausfall in Wannsee war der Zugverkehr auf dem südwestlichen Abschnitt der S 7 zwischen Westkreuz und Potsdam und auf der S 1 zwischen Zehlendorf und Wannsee unterbrochen. Die Mitarbeiter der S-Bahn Berlin GmbH wurden wieder Zielscheibe für Gespött und und Pöbeleien der verärgerten Fahrgäste.

Dieser Ausfall, einer von vielen der vergangenen Tage, zeigt überdeutlich, dass das Notfallmanagement bei der DB AG nicht ausreicht. Stellwerke fallen inzwischen täglich aus, Signalstörungen kommen fast stündlich vor. Warum ändert sich daran nichts? Warum werden nicht bis vor einigen Jahren noch vorhandene Notfallkapazitäten wieder aufgebaut, die Ausfälle und Störungen minimieren? Warum investiert DB Netz nicht endlich, um die Störanfälligkeit der eingleisigen Streckenabschnitte zwischen Wannsee und Potsdam zu beseitigen? Alle diese Fragen stehen nach wie vor unbeantwortet im Raum.

Der zweigleisige Ausbau des gesamten Abschnittes zwischen Wannsee und Potsdam mag einige Millionen kosten und zwei bis drei Jahre dauern. Er würde aber entscheidend dazu beitragen, dass der S-Bahn-Verkehr zuverlässiger laufen und die Fahrgäste eine verlässliche Gegenleistung für ihren Fahrpreis bekommen würden. Je früher er in Angriff genommen wird, desto eher kann er zu einer Stabilisierung beitragen.

Immer noch haben die Länder Berlin und Brandenburg (die über den Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg -VBB-  die Zugleistungen bestellen), kaum Einfluss auf die Qualität. Sie sollten überlegen, ob nicht ein Fahrzeugpool und veränderte Verträge eine erhebliche Verbesserung bedeuten würden. Warum nicht S-Bahn-Wagen, die sich im Eigentum der Länder befinden, an die Verkehrsunternehmen vermieten? So wäre das Problem mit der unterlassenen Instandhaltung gelöst. Warum nicht die Halte auf den Bahnhöfen direkt über den Verkehrsverbund bestellen? Damit hätten die Länder ebenso direkten Einfluss auf die Qualität der Fahrgastinformation, die Zeiträume für die Wartung und Reparatur von Fahrstühlen und Rolltreppen, das Schneeräumen. Nur wenn die Länder Berlin und Brandenburg auch gewillt sind, mehr Verantwortung wahrzunehmen, wird sich etwas verbessern! Nach Meinung des DBV ist sowohl der Fahrzeugpool als auch die Bestellung der Verkehrshalte durch den VBB durchaus durch EU-Recht gedeckt.

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Landeshauptstadt Potsdam: Zukünftig sind mehr Straßenbahnen nötig!

[30.01.2012] Die ViP zieht eine positive Bilanz zum Betrieb der Variobahnen nach vier Monaten. Hierzu erklärt der Deutsche Bahnkunden-Verband (DBV), Regionalverband Potsdam-Mittelmark:

Der Deutsche Bahnkunden-Verband (DBV) Potsdam-Mittelmark schließt sich der positiven Bilanz der ViP an. Künftig werden aber noch mehr neue Bahnen nötig sein!
Der DBV Potsdam-Mittelmark schließt sich dem positiven Urteil der ViP an und begrüßt die in Aussicht gestellten Nachbesserungen bei Bestuhlung, deren Beschilderung und bei den Festhaltemöglichkeiten. Für lobenswert hält der DBV in diesem Zusammenhang auch die Bemühungen der ViP, bereits Vorfeld der Inbetriebnahme alle Interessensvertretungen mit einzubeziehen. Ein Teil der Dezifite der neuen Bahnen ist leider konstruktiv bedingt, das betrifft insbesondere die räumliche Enge im Bereich der Räder.

Der DBV begrüßt darüber hinaus die Entscheidung, alle 18 Bahnen der Bestellung abzurufen, geht aber für die Zukunft von einem Bedarf an weiteren neuen Fahrzeugen aus. Denn auch wenn nominell das Fassungsvermögen der Combinos und Variobahnen dem eines Zuges aus zwei Tatra-Wagen gleicht, ist die Einschätzung des DBV eine andere (basierend auf Beobachtungen und herangetragene Beschwerden). Gerade in der Hauptverkehrszeit stoßen die neuen Fahrzeuge schneller an die Grenzen ihrer Kapazität. Deswegen sieht der DBV schon für das aktuelle Fahrgastaufkommen die Abstellung der alten Wagen mit Sorge.

Mit Blick auf den künftigen Anstieg der Fahrgastzahlen hält der DBV eine Fortsetzung der Fahrzeugneubeschaffung für dringend erforderlich! Hierbei raten wir zum Kauf längerer Fahrzeuge oder alternativ zum Kauf mehr Fahrzeugen der gleichen Länge, um den steigenden Fahrgastzahlen mit Taktverdichtungen begegnen zu können.

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DBV-Regionalverband Potsdam-Mittelmark

Landeshauptstadt Potsdam: Stadtentwicklungsplan übernimmt DBV-Vorschläge

[25.01.2012] Die Stadt Potsdam ist mit dem Stadtentwicklungsplan Verkehr an die Öffentlichkeit gegangen. Der Deutsche Bahnkunden-Verband (DBV), Regionalverband Potsdam-Mittelmark begrüßt die bisher veröffentlichten Planungen!

Mit Freude hat der DBV die ersten veröffentlichten Planungen zum Stadtentwicklungsplan Verkehr zur Kenntnis genommen. Ein Teil der Vorschläge deckt sich mit denen des Konzeptes "Die Potsdamer Straßenbahn 2011 und in zehn Jahren", mit dem sich der DBV vor einem Jahr an die Öffentlichkeit wandte. Wir halten die geäußerten Überlegungen für sinnvoll und erachten deren Umsetzung als unbedingt erforderlich.

Insbesondere die Ausbaupläne der Straßenbahn sehen wir als einen wirkungsvollen Schritt an, den Verkehr in unserer Stadt deutlich stadt- und umweltverträglicher abzuwickeln, als dies bisher der Fall ist. Wir weisen aber darauf hin, dass auch ohne den Bau neuer Straßenbahnstrecken die Position des ÖPNV in Potsdam deutlich gestärkt werden muss. Bereits jetzt stößt das Netz des öffentlichen Verkehrs in den Hauptverkehrszeiten an seine Grenzen. Mit Blick auf steigende Einwohnerzahlen halten wir Taktverdichtungen und den Einsatz von mehr oder größeren Fahrzeugen unumgänglich.

Wir akzeptieren unterschiedliche Auffassungen zu den Vorschlägen, fordern aber alle am weiteren Verfahren beteiligten zu einer sachlichen und offenen Diskussion auf. Der Gegenstand dieser Verhandlungen ist nicht geeignet für ideologisch gefärbte Pauschalkritiken und die Ausfechtung politischer Kleinkriege. Denn wir sollten uns bewusst sein: es geht um nicht weniger als das Potsdam, in dem wir in 15 Jahren leben wollen - oder müssen!

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Liniennummern werden nicht mehr angezeigt:
Fahrgastverwirrung seit Fahrplanwechsel


[16.01.2012) Seit dem Fahrplanwechsel fehlt auf den dynamischen LCD-Anzeigern, die inzwischen fast überall auf den Berliner und Brandenburger Bahnsteigen hängen, eine wichtige Information. Bisher wurde die Liniennummer mit angezeigt, jetzt steht dort stattdessen die Zugnummer. Der DBV fordert von DB Station & Service, diese Änderung rückgängig zu machen. Fahrgäste haben in den vergangenen Tagen den DBV auf das Fehlen aufmerksam gemacht.

Kaum ein Fahrgast wird wissen, dass beispielsweise der RE 37318 auf der Linie RE 5 von Falkenberg nach Stralsund fährt! Demgegenüber war die bisher in den Anzeigern gegebene Information, dass es sich um einen Zug auf der Linie RE 5 handelt, für die Fahrgäste viel entscheidender! Gründe für die Herausnahme dieser Information aus den Anzeigern sind nicht erkennbar. Der Platz dafür wird nicht anders genutzt als vorher.

Zu besonders viel Verwirrung führt die fehlende Liniennummer derzeit auf dem Bahnhof Gesundbrunnen. Dort fahren nämlich im Minutenabstand zwei Züge in Richtung Stralsund ab. Jedoch fährt ein Zug über Oranienburg und der andere über Angermünde. Wer hier nicht aufpasst, steigt schnell in den falschen Zug ein und bekommt möglicherweise Ärger, weil er die falsche Fahrkarte hat.

Der Hinweis auf die Liniennummer sollte deshalb schnellstmöglich wieder in die Anzeiger aufgenommen werden.
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Berliner Senat will mit der DB AG um den Ankauf der S-Bahn Berlin GmbH verhandeln - Kommt ein neues Kombinat "Berliner Verkehrsbetrieb"?


[9.01.2012] Die Unzufriedenheit des Berliner Senats mit der DB AG ist nachvollziehbar. So richtig zuverlässig ist der S-Bahn-Verkehr nicht. Alle bisher vom DB-Konzern bei seiner 100prozentigen Tochter S-Bahn Berlin GmbH ergriffenen Maßnahmen haben höchstens dazu geführt, den Abwärtstrend aufzuhalten.

In der Berliner Koalitionsvereinbarung ist festgehalten, dass der Senat mit der DB AG über den Ankauf der S-Bahn Berlin GmbH verhandeln will. Was soll das Ziel dieser Re-Kommunalisierung sein? Der DBV hält diesen Vorschlag nicht für geeignet, die jetzige Krise zu lösen und ein Wiederholen zu verhindern.

Nach Ansicht des DBV trifft die Politik auch einige Mitschuld an der jetzigen Situation. Denn die Verträge, die ein solches Versagen erst möglich machten, sind durch den Berliner Senat als Besteller unterschrieben worden. Butterweiche Sanktionsregelungen bei Zugausfällen und Verspätungen haben wohl dazu geführt, dass es erst soweit kommen konnte. Wird es besser werden, wenn der Senat direkten Zugriff auf die Geschäftspolitik bei der S-Bahn Berlin GmbH hat? Ein Königsweg kann der Kauf der S-Bahn nicht sein:

Der Investitionsbedarf - zumal durch neue Fahrzeuge - ist enorm. Woher will das mit nach Schätzungen bis zu 130 Milliarden Euro verschuldete Berlin 500 bis 800 Millionen für neue Fahrzeuge nehmen?

Hauptkritikpunkt ist die intransparente Preisgestaltung bei Trassenentgelten und Stationspreisen. Hieran wird sich bei einer senatseigenen S-Bahn nichts ändern! Auf die Ausstattung der Bahnhöfe und die Kosten für den gefahrenen Zugkilometer wird er nicht mehr Einfluss haben . Einzig die Qualität der Fahrzeuge könnte besser werden. Zugefrorene Weichen, versagende Stromversorgung, schlechte Fahrgastinformation auf den Bahnsteigen, wochenlanger Stillstand bei defekten Aufzügen wären nach wie vor an der Tagesordnung. Der Senat hätte hierauf genauso wenig Einfluss wie heute.

Eine Re-Kommunalisierung würde im besten Falle nur ein kleines von mehreren Problemen lösen. Der DBV sieht deshalb keine Notwendigkeit zum Kauf der S-Bahn. Nur ein gut ausgehandelter Verkehrsvertrag, der spürbare Sanktionen im Falle von Schlecht- und Nichtleistung vorsieht, wird ein Eigentümer zu einer vertragstreuen Erfüllung seiner Verpflichtungen anhalten. Im Verkehrsvertrag sollten auch die Belange der Beschäftigten angemessen geregelt werden.

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Kleine Summen — große Wirkung
DBV fordert punktuelle Ausbaumaßnahmen im Brandenburger und Berliner Schienennetz


[4.01.2012] Wenig Geld kosten und großen Nutzen haben nach Ansicht des DBV kleine Infrastrukturmaßnahmen, die an verschiedenen Stellen seit Jahren ihrer Verwirklichung harren. Wenige hundert Meter Gleis und einige Weichen würden zu einer Stabilisierung des Fahrplans und Verbesserung der Zuverlässigkeit führen:


Zweigleisigkeit im Bereich des Bahnhofs Hegermühle/Strausberg Nord

Schon seit Jahren ist durch das Land Brandenburg ein 20 Minuten-Takt nach Strausberg Nord bestellt. Wegen der Eingleisigkeit ist er aber bisher nie verwirklicht worden. Ein zweigleisiger Begegnungsabschnitt zwischen den Bahnhöfen Hegermühle und Strausberg Nord würde die Verwirklichung endlich möglich machen.

Verlängerung der Zweigleisigkeit zwischen den Bahnhöfen Babelsberg und Potsdam Hauptbahnhof
Besonders ärgerlich sind die ständigen Verspätungen auf dem südlichen Abschnitt der S 7. Gerade jetzt, wo es keinen Regionalverkehr zwischen Berlin und der Landeshauptstadt Potsdam gibt, ist ein zuverlässiger und stabiler Fahrplan wichtig. Die vergangenen Tage haben jedoch gezeigt, dass es immer wieder zu Verspätungen kommt, die zu Anschlussverlusten führt.

Weichenverbindung am Bahnhof Karow
Durch zwei fehlende Weichen ist es derzeit nicht möglich, Züge auf der Linie NE 27 über den Bahnhof Karow hinaus nach Berlin zu führen. So enden die Züge entweder am Bahnhof Karow oder müssen ohne Halt über ein anderes Gleis am Bahnsteig vorbeifahren. Durch zwei Weichen könnten die Züge nach oder von Gesundbrunnen in Karow halten und anschließend in Richtung Basdorf weiterfahren. Damit gäbe es eine neue, wichtige Umsteigeverbindung.

10 Minuten-Takt nach Bernau ist dringend notwendig
Auf der S-Bahn-Linie 2 ist östlich des Bahnhofs Buch nur ein 20 Minuten-Takt fahrbar. Der Grund dafür: seit ca. 1945 fehlt das zweite Gleis am Bahnhof Röntgental. Wäre der Bahnhof Röntgental zweigleisig, könnte in der Hauptverkehrszeit ein 10 Minuten-Takt angeboten werden. Volle S-Bahn-Züge im Berufsverkehr zeigen den Bedarf.

Die Infrastrukturmaßnahmen im Bereich der S-Bahn sind nach Meinung des DBV-Landesverbandes auch bei der jetzigen S-Bahn-Krise wichtig und nicht innerhalb weniger Wochen umsetzbar. Deshalb ist es wichtig, dass die entsprechenden Vereinbarungen schnell geschlossen werden. Soweit uns bekannt, sind die Maßnahmen am Bahnhof Hegermühle sogar bereits fertig geplant und liegen derzeit beim Verkehrsministerium zur Prüfung.

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Alle S-Bahn-Räder stehen still — DBV fordert nachhaltige Konsequenzen


[15.12.2011] Seit heute Vormittag dreht sich wieder einmal kein S-Bahn-Rad. Nicht wegen des Wetters oder unterlassener Instandhaltung. Wieder einmal ist an einem wichtigen Knotenpunkt der Strom ausgefallen. Eine Betriebszentrale, verantwortlich für die Steuerung und Überwachung fast des gesamten Berliner Regional- und S-Bahn-Verkehrs, ist seit Stunden stromlos.

Im Mai brannte am Bahnhof Ostkreuz eine Kabelbrücke. Über mehrere Tage fuhren die Berliner S-Bahnen nur eingeschränkt. Es gab keine Notfallpläne, keine Reserven, keine zusätzlichen Kapazitäten, die den Ausfall hätten auffangen können. Und jetzt? Strom kann immer unvorhergesehen ausfallen. Dafür werden Notfallkonzepte und zusätzliche Anlagen bereitgehalten, die im Fall des Falles sofort einspringen können. Sie werden für den Normalbetrieb nicht gebraucht, sind aber für den Ernstfall unverzichtbar.

Warum gibt es für die jetzt stromlose Betriebszentrale keine Reserveanlagen und -leitungen, die sofort hätten aktiviert werden können? Jedes Wirtschaftsunternehmen ist für einen solchen Fall gerüstet — nur der 'Global Player' DB AG offenbar nicht.

Der DBV-Landesverband fordert deshalb wirksame und nachhaltige Konsequenzen. Ausfälle und Störungen, die wegen nicht vorhandener Reserven noch stunden- oder tagelang nachwirken, sind in den vergangenen Jahren viel zu häufig vorgekommen, ohne dass die entsprechenden Reserven aufgebaut und vorgehalten werden. Zur Erinnerung: Während die Verkehrsunternehmen des DB-Konzerns eigenwirtschaftlich handeln, ist die Infrastruktur — und hierzu gehört auch die ausgefallene Betriebszentrale — im Bundeseigentum. Bundesverkehrsminister Ramsauer muss endlich dafür sorgen, dass zu jeder Tages- und Nachtzeit, im Sommer wie im Winter, einen stabilen und zuverlässigen Eisenbahnverkehr gibt.

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RE 6 wird nach Gesundbrunnen verlängert
DBV begrüßt Verlängerung, die eigentlich längst überfällig ist


[24.11.2011] Bisher ist für die Züge auf der Regionalexpress-Linie 6 in Spandau Hauptbahnhof Schluss: dort enden die Züge aus Wittenberge, seitdem sie nicht mehr weiter nach Charlottenburg fahren. Wegen der Belegung der Bahnsteig in Spandau war es immer ein großes Problem, wenn die RE 6-Züge am Bahnsteig die Zeit bis zur nächsten Fahrt nach Wittenberge "abstanden". Das belegte Bahnsteiggleis wurde eigentlich dringend für die Abwicklung des restlichen Verkehrs benötigt.

"Der Bahnhof Spandau ist völlig ungeeignet, um dort Züge enden und wieder neu beginnen zu lassen" meint dazu Frank Böhnke, Landesvorsitzender des DBV Berlin-Brandenburg. Schon seit vielen Jahren hat der Landesverband zusammen mit dem Regionalverband Havelland gefordert, alle Züge weiter nach Berlin hinein fahren zu lassen. Dennoch weigerten sich sowohl Berlin als auch Brandenburg, diese Verkehre zu bestellen. Ab 11. Dezember 2011 würde die Pünktlichkeit aller über Spandau fahrenden Züge vollends verloren gehen. Denn ab 11. Dezember 2011 fahren zusätzlich zwei Züge pro Stunde durch den Bahnhof Spandau: die Umleiterzüge auf der Linie RE 1, die wegen der Sperrung der Fernbahngleise nicht über Grunewald und Wannsee nach Potsdam fahren können, werden über den Bahnhof Spandau umgeleitet. Würde es nicht die jetzt bekanntgegebene Änderung geben, würde das System sicherlich vollends zusammenbrechen.

Der DBV begrüßt daher die jetzt bestellte Verlängerung der Linie RE 6 nach Gesundbrunnen. Spätestens nach Abschluss der Bauarbeiten im Grunewald, wenn der RE 1 wieder planmäßig durch nach Wannsee und Potsdam fahren kann, sollte die Durchbindung der anderen Regionalbahnlinien, die in Spandau enden, ernsthaft geprüft werden: eine weitere Entlastung des Bahnhofs Spandau ist nach wie vor notwendig!

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Fernzughalt am Bahnhof Berlin Zoologischer Garten
DBV-Präsident spricht Forderung direkt bei DB-Chef Dr. Rüdiger Grube an

[18.11.2011] Seit Mai 2006 halten am Bahnhof Berlin Zoologischer Garten, verkehrlich sehr gut mit zwei U-Bahn- und dutzenden Buslinien erschlossen, keine Fernzüge mehr. Forderungen an die DB, wegen dieser guten Einbindung in das städtische Nahverkehrsnetz die Fernzüge auf der Berliner Stadtbahn hier halten zu lassen, wurden bisher abgelehnt. Alleine die Bestimmung im SPD-/CDU-Koalitionsvertrag, dass am Bahnhof Zoo wieder Fernzüge halten sollen, wird an der jetzigen Situation wenig ändern. Der Fernverkehrsbereich agiert eigenwirtschaftlich und ist von Weisungen der Politik nicht abhängig.

Am 17. November 2011 führte der langjährige Vorsitzende des Berliner Fahrgastverbandes IGEB und heutige DBV-Präsident Gerhard J. Curth ein längeres Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden der DB AG, Dr. Rüdiger Grube. Präsident Curth brachte das Thema auf den Punkt: "Warum halten dort keine Fernzüge? Es sind dafür keine Baumaßnahmen erforderlich, der Fahrzeitverlust ist gering und ein Halt bedeutet für viele Fernverkehrskunden weniger Anreisezeit als bis zum Hauptbahnhof." Als Kompromiss schlug Präsident Curth vor, dass wenigstens alle IC- und D-Züge, die zwischen 22 und 6 Uhr auf der Stadtbahn fahren, am Bahnhof halten sollten.

DB-Chef Grube sicherte eine Prüfung zu und wird die DBV-Forderung im Konzern erörtern.

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DBV Berlin/Brandenburg fordert schnellere Busse und Straßenbahnen in Berlin

Kleine Maßnahmen würden den Berliner Bus- und Bahnverkehr voranbringen

[16.11.2011] Trotz vieler Busspuren und Ampelvorrangschaltungen geht es seit vielen Jahren nicht so richtig voran im Berliner Stadtverkehr. In seinem neuen Jahresbericht hat der Steuerzahlerbund vor wenigen Wochen bemängelt, dass trotz 900 Millionen Investitionen in neue Ampelschaltungen die
Durchschnittsgeschwindigkeit im Vergleich zu 2003 faktisch gleich geblieben sei (von 19,3 km/h 2003 auf 19 km/h).

Die neue Koalition sollte nach Meinung des DBV-Landesverbandes Berlin/Brandenburg gerade über solche Maßnahmen zur Beschleunigung nachdenken, die schnell umsetzbar sind, wenig Geld kosten und rasch einen Nutzen zeigen. Nur alleine technische Lösungen bringen, so zeigen die Ampelvorrangschaltungen, wenig bis gar nichts. Dazu bedarf es eines Gesamtkonzeptes. Jede pro Fahrt eingesparte Minute Fahrzeit ergibt übers Jahr einen riesigen Betrag. Erfreulicher Nutzen: das Benutzen von Bahnen und Busse wird noch attraktiver.

Der DBV-Landesverband schlägt daher folgende Maßnahmen vor:

1) Eindeutiges Kennzeichnen von freizuhaltenden Bereichen an Bus- und Straßenbahnhaltestellen durch "Zickzacklinien" im Straßenbereich.

2) Regelmäßige Kontrolle der Busspuren und Straßenbahngleise auf Falschparker.

3) Wegfall des generellen Vordereinstiegs bei Bussen im Citybereich.

4) Vereinbarung zwischen dem Senat, der Polizei, den Ordnungsämtern und der BVG zur schnelleren Umsetzung von Falschparkern durch BVG-Personal.

5) Einsatz von Schaffnern auf stark nachgefragten Relationen, Aufstellen von Fahrkartenautomaten an wichtigen Bushaltestellen zur Entlastung des Fahrpersonals.

Alle beispielhaft genannten Vorschläge würden schnell umsetzbar sein und ebenso schnell einen positiven Nutzen zeigen.

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DBV-Regionalverband Potsdam-Mittelmark

DBV-Regionalverband stellt Konzept vor: "Besser umsteigen am Potsdamer Hauptbahnhof"

Nach zehn Jahren des Betriebes ist es notwendig, Schwachstellen des Potsdamer Hauptbahnhofes zu benennen und Vorschläge für eine Verbesserung zu machen. Der Regionalverband hat dazu eigene Vorschläge erarbeitet und der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Vorschläge "Besser umsteigen am Potsdamer Hauptbahnhof" finden Sie hier (2,2 MB).

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Regionalverkehr im Havelland ab Dezember 2012 und DBV-Vorschläge

[13. September 2011]

Wie sieht das Regionalverkehrs-Linienkonzept im Havelland aus? Antworten gab es auf einer Regionalkonferenz des Regionalverbandes Havelland am 13. September 2011:

Linienführung Rathenow/Nauen - Berlin

Linienführung Rathenow/Nauen - Berlin mit Umleiterverkehren RE 1 und RB 21

Die DBV-Vorschläge zur Neuordnung und besseren Anbindung gibt es hier:

DBV-Alternative 1 mit Anbindung Brieselang und Verlängerung bis Gesundbrunnen

DBV-Alternative 2 mit Anbindung Brieselang und Verlängerung bis Gesundbrunnen


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Der Countdown läuft: Sperrung Wannsee - Potsdam Hbf ab heute, 22 Uhr
DBV befürchtet weiterhin Chaos und allein gelassene Fahrgäste

[26. August 2011] Unverständnis und Kopfschütteln haben die Warnungen und Befürchtungen des DBV-Landesverbandes bei einigen Verantwortlichen hervorgerufen. Es sei alles gut geplant, vom Chaos zu sprechen wäre eine maßlose Übertreibung, das Ersatzkonzept reiche vollkommen aus und die Fahrgäste hätten gute Informationsmöglichkeiten. Dennoch, so stellt Frank Böhnke, Landesvorsitzender des Verbandes fest, "wichtige Fragen sind immer noch nicht beantwortet und Vorbehalte entkräftet. Wir haben immer noch die Befürchtung, dass die Kapazitäten im Berufsverkehr und an Wochenenden nicht ausreichen und die Bahnsteige voller ratloser und auskunftssuchender Fahrgäste sind."

Täglich fahren mit dem RE 1 durch Berlin etwa 45.000 Menschen. Weit mehr als die Hälfte, vielleicht sogar zwei Drittel, haben Potsdam Hbf als Einstiegsbahnhof nach Berlin oder von dort Potsdam Hbf Ziel. Sie sind auf die S-Bahn angewiesen. Der DBV sieht nicht, wie die S-Bahn-Linie 7 tagsüber im 10 Minuten-Takt tausende von zusätzlichen Fahrgästen aufnehmen kann. Wenn ein RE in Wannsee endet, wollen auf einmal vorsichtig geschätzt 600 Fahrgäste mit der S-Bahn weiterfahren. Hier dürfen Zweifel angemeldet werden, ob das - auch wenn der nächste oder übernächste Zug abgewartet wird - wird so reibungslos klappt. Hinzu kommt, dass durch Verspätungsanfälligkeit durch die zahlreichen Eingleisigkeiten bereits jetzt schon sehr hoch ist und Verspätungen von drei Minuten Auswirkungen auf das gesamte Netz haben.

Auch ist der Einwand des DBV, dass die Fahrgastinformation überhaupt nicht ausreichend ist, weiterhin gültig. Nach unseren Beobachtungen steht an keinem der wichtigen Bahnhöfe ein auffälliges Hinweisschild an den Auf- und Abgängen zu den Bahnsteigen. Weder in Potsdam Hbf noch am Bahnhof Zoologischer Garten gab es gestern Abend an der großen Anzeigetafel am Hauptzugang zu den Bahnsteigen einen Hinweis. Die so schicken LCD-Anzeigen auf dem Bahnsteig lieferten ebenfalls keine zusätzliche Information. Und, so Frank Böhnke: "Wir befürchten weiterhin, dass kaum ausreichend zusätzliches Personal auf den Bahnsteigen zur Verfügung stehen wird um die ratlosen und ratsuchenden Fahrgäste zu betreuen."

Der DBV bittet alle Fahrgäste, die durch die Sperrung betroffen sind, ihre Eindrücke dem DBV in elektronischer Form mitzuteilen. Auf der Internet-Seite www.bahnkunden.de/erlebniskarten steht dazu ein kleines Formular bereit. Eine E-Mail an bahnkunden@bahnkunden.de genügt natürlich auch. Der DBV wird sich nach Auswertung der eingegangenen Reaktionen mit den Ergebnissen an die Beteiligten wenden.
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Ausschreibung „Ostbrandenburgnetz“: DBV kritisiert weiterhin intransparente Ausschreibungspraxis


[24. August 2011] Vor wenigen Tagen hat der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) das nächste Ausschreibungspaket an Regionalverkehren veröffentlicht. Es handelt sich um die Zugverkehre östlich und südöstlich von Berlin – das sogenannte Ostbrandenburgnetz. Leider ist auch bei diesen Ausschrebungen die Öffentlichkeit komplett ausgeschlossen. Der DBV kritisiert diese Geheimhaltung als nicht notwendig. Eine Diskussion um Linienführungen, Anschlüsse, Ausstattung und Takt wäre nach Meinung des DBV notwendig. Wohlgemerkt: keine Beteiligung oder Offenlegung der laufenden Vertragsverhandlungen war das Ziel der DBV-Anfrage. Es geht um die Ausschreibungstexte selber. Also die Unterlagen, die jedes Unternehmen gegen Entgelt auch beim VBB abfordern kann.

Der Landesverband hatte beim VBB nachgefragt, ob eine Einsichtnahme in die Ausschreibungsbedingungen möglich sei. Die Antwort: nein. Diese Geheimhaltung ist für den DBV unverständlich und überhaupt nicht notwendig. Der VBB ist mit der Durchführung der Ausschreibung beauftragt, initiiert werden sie von den bestellenden Ländern Berlin und Brandenburg. Und beide Länder lehnen eine öffentliche Diskussion, die im Vorfeld eigentlich notwendig wäre, ab. Immerhin fließen in die Zugbestellungen pro Jahr über hundert Millionen Euro Steuergeld. Auch in den Parlamenten findet keine Diskussion statt. Abgeordnete, die dennoch auf ihrem Informationsrecht bestanden haben, mussten in der Vergangenheit sogar eine Verschwiegenheitserklärung vor der Einsichtnahme unterschreiben.

Nach wie vor hält der DBV eine öffentliche Diskussion vor einer Ausschreibung für erstrebenswert und wichtig. Hier sind insbesondere die Abgeordneten - egal von welcher Partei - gefordert, ihr Recht einzufordern und sich nicht von den Landesverwaltungen mit Begründungen wie "das haben wir schon immer so gemacht" abspeisen zu lassen.
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Schwellenauswechslung zwischen Potsdam Hbf und Berlin Wannsee:
Sperrung der Eisenbahnstrecke Potsdam – Berlin vom 26. August bis 5. September 2011

[22. August 2011] Mit Unverständnis nimmt der Landesverband Berlin/Brandenburg die einwöchige Sperrung der Eisenbahnstrecke von Potsdam Hauptbahnhof nach Berlin für den Regional- und Fernverkehr zur Kenntnis. Für uns entsteht der Eindruck, dass die Deutsche Bahn AG sich langsam von den Fahrgästen aus dem Bereich Potsdam verabschiedet. Wer dachte, dass die Bauarbeiten mit der mindestens einjährigen erst im Dezember 2011 losgehen, irrt. Einschränkungen und tagelange Sperrungen der wichtigen Verbindung von Potsdam nach Berlin stehen schon jetzt ins Haus.

Nicht allein, dass es für uns immer noch keine vollständig befriedigende Lösung für die ab Dezember beginnende einjährige Sperrung zwischen Wannsee und Grunewald gibt, sperrt man nun ohne vorherige umfassende Information und ohne größere Informationsoffensive über eine Woche diese stark genutzte Trasse. Zusätzlich erschwert wird der Fakt durch die im Rahmen dieser Bauarbeiten gleichzeitige Verkürzung der RE 7 und der MR 33. Es zeugt von wenig Interesse für die Bahnnutzer, wenn man den RE 1 stündlich über Golm (westlich von Potsdam) umleitet und ansonsten auf die S-Bahn verweist. Leider bestellt man dafür nicht eine Verlängerung des 10 Minuten-Takt nach Potsdam über die bisherigen Betriebszeiten hinaus. Gerade für den Berufs- und Studentenverkehr vermuten wir chaotische Zustände, zumal bisherige Erfahrungen besagen, dass bei solchen Sperrungen keine zusätzliches Informationspersonal auf den Bahnhöfen eingesetzt wird.

Hier zeigt sich wieder, dass die Stammbahn als Ausweichroute für den Regional- und Fernverkehr fehlt.

Fragwürdig erscheint uns auch warum es gerade jetzt zu einer solchen massiven Häufung von Baustellen gerade auf dieser Trasse kommt. Als fragwürdig betrachten wir die Haltung der Länder Berlin und Brandenburg, und vieler Politiker, denen die Sperrung der Avus wichtiger zu sein scheint.
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50. Jahrestag des Mauerbaus: DBV wünscht sich mehr Initiative in Sachen Lückenschlüsse


[12. August 2011] Waren das noch Zeiten, damals, 1995, 1996 und 1997! Da beschäftigte sich der Brandenburgische Landtag und die Landesregierung tatsächlich noch mit den teilungsbedingt bestehenden Lücken im Berlin-Brandenburger Schienennetz. Solches Engagement und solche klaren Worte wünscht sich gerade angesichts der 50. Wiederkehrs des Jahrestages zum Mauerbau 1961 der DBV. Geradezu revolutionär war damals die Stimmung, wenn es darum ging, von der Deutschen Bahn und der Bundesregierung die Wiederherstellung des Bahnnetzes zu verlangen: „... Zur SPNV-Infrastruktur ist eine weitere Erschließung durch die S-Bahn erforderlich, die Aufgabenstellung wurde mt dem Ministerium für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr [Verkehrsministerium, heute MIL; Anm. d. Red.] trotz wiederholter Anmahnung aber noch nicht vorgelegt.“ (Landtag Brandenburg, Drucksache 2/774). Ja, auch damals war der direkte Einfluss gering; aber die Brandenburger Forderungen wurden wenigstens definiert und eingeklagt.

Damals wurde durchaus keine Konkurrenz zwischen dem Regionalverkehr und der S-Bahn im „Speckgürtel“ herbeigeredet, sondern, ganz im Gegenteil: „Mit einer Arbeitsteilung zwischen S-Bahn und Regionalverkehr kann das öffentliche Verkehrsangebot weiter verbessert werden.“ Und einige Zeilen weiter: „Der Regionalexpreß wie auch der Stadtexpreß — zur Zeit sind es noch Nahverkehrszüge — haben nicht die Aufgabe, den S-Bahn-Verkehr zu ersetzen. Die Regionalverkehrsprodukte [...] erfordern sogar das S-Bahn-Netz für die Feinverteilung der Fahrgäste von/nach den Umsteigepunkten des Regionalverkehrs ...“ (Landtag Brandenburg, Drucksache 2/774).

Und heute? Deutet man das fehlende Engagement der Berliner und Brandenburger Landesregierung, dann gibt es im Moment keinen weiteren Verbesserungsbedarf. Kein weiterer Bedarf wird bei der Bundesregierung angemeldet, keine Gespräche geführt, kein Druck ausgeübt. Stattdessen heute: Kleinmut und fehlendes Interesse: "Die Verantwortung für die Errichtung und Vorhaltung von Eisenbahninfrastruktur liegt bei den Eisenbahninfrastrukturunternehmen. Das Land Brandenburg ist als Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr für die Bestellung von Verkehrsleistungen verantwortlich.“ (Landtag Brandenburg, Drucksache 4/7206 im Februar 2009). Die Zuständigkeiten sind seit der Bahnreform 1994 nicht anders geregelt. Dennoch hat 1994 und in den folgenden Jahren die Landesregierung mehr Engagement und Einsatz gezeigt als seit einigen Jahren.

Der DBV würde es begrüßen, wenn die Brandenburger Landesregierung und das Parlament sich intensiv mit der Wiederherstellung der immer noch teilungsbedingt bestehenden Lücken im Berliner Schienennetz beschäftigt. Warum nicht jedes Jahr einen Sachstandsbericht veröffentlichen, der die eigenen Bemühungen und Erfolge dokumentiert?

Beim Ausbau der Autobahnen, Bundesstraßen und Bundeswasserstraßen — für die ist das Land auch nicht direkt zuständig — kümmert sich der Verkehrsminister ja auch um die Brandenburger Belange. Warum also nicht auch im Schienennetz?



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Abschlussbericht des Arbeitskreises Fahrzeuge vorgestellt
S-Bahn Berlin GmbH lässt sich in ihre Karte gucken — genauer in und unter ihre Fahrzeuge


[11. August2011] Der heute vorgestellte Bericht des Arbeitskreises ist an sich schon ein positives Novum. Welches Wirtschaftsunternehmen lässt sich durch Auftraggeber und Dritte so tief in die eigenen Geschäftspraktiken und -bücher schauen. Positiv ist, dass die Länder Berlin und Brandenburg sich intensiv dafür interessieren, wie es wieder zu einem stabilen S-Bahn-Betrieb kommen kann.

Jetzt sind also die S-Bahn-Fahrzeuge dran. Der Bericht sieht die S-Bahn Berlin GmbH auf dem richtigen Weg. Den ergriffenen Maßnahmen, um die bestehenden technischen Probleme in den Griff zu bekommen, wird ein gutes Zeugnis ausgestellt. Es gibt eine ausreichende Fahrzeugreserve, ausreichend Personal und Werkstattkapazitäten — alles aber nur für den Regelbetrieb bei ganz „normalem“ Wetter. Gibt es wieder einen schneereichen und kalten Winter, machen Tauwetter und Eisregen der Elektronik zu schaffen ... dann sieht der Bericht schwarz: „... Für den Winter 2011/2012 sind ebenfalls weiter eingeschränkte Verfügbarkeiten zu erwarten, da die eingeleiteten Maßnahmen [...] zwar teilweise begonnen, aber nicht abgeschlossen sein werden.“

Um verloreneres Vertrauen zurückzugewinnen, ist die Veröffentlichung des Berichtes ein richtiger Schritt. Grundsätzlich sollte nach Meinung des DBV überlegt werden, der S-Bahn Berlin GmbH innerhalb des DB-Konzerns noch mehr Eigenständigkeit zuzugestehen. Nur ein intaktes und funktionierendes Vertrauensverhältnis zwischen den Beteiligten (neben den Bundesländern Berlin und Brandenburg, dem Verkehrsverbund und der S-Bahn Berlin GmbH gehören dazu auch die Aufsichtsbehörden) nutzt allen. Wohin die Zentralisierung von Entscheidungen führen kann, ist seit 2007 deutlich zu sehen.

Wie es grundsätzlich mit der Bestellung der Verkehrsleistungen nach 2017 weitergehen soll, muss politisch geklärt werden. Auf alle Fälle müssen Verträge abgeschlossen werden, die zwischen dem Besteller (Verkehrsverbund) und dem Erbringer der Verkehrsleistungen (Verkehrsunternehmen) ein Verhandeln auf Augenhöhe ermöglichen. Schlechtleistungen müssen sich in vollem Umfang durch finanzielle Abzüge 1:1 bemerkbar machen.


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Gemeinsam einen Ausweg aus dem Tarifkonflikt suchen:
DBV Berlin/Brandenburg appelliert an die Gewerkschaft GDL und die ODEG


[10. August 2011] Heute endet der selbst auferlegte Streikverzicht der Lokführergewerkschaft GDL bei der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH (ODEG) in Brandenburg. Damit sind, wenigstens theoretisch, wieder kurzfristig angesetzte Streiks zu befürchten.

Der DBV Berlin/Brandenburg appelliert an alle Beteiligten, in der Tarifauseinandersetzung, die schon über ein Jahr andauert und im Juni und Juli 2011 zu wochenlangen Zugausfällen führte, gemeinsam einen Weg aus dem bestehenden Tarifkonflikt zu suchen. "Zwischen den Stühlen sitzen immer die Fahrgäste", so Frank Böhnke, Landesvorsitzender des Verbandes, "für die die Wegezeiten entweder komplett unkalkulierbar oder sehr viel länger werden". Insbesondere die Brandenburger hatten unter den unangekündigten Warnstreiks und den Ersatzverkehren der Vergangenheit zu leiden. Nach Informationen des DBV kam es zu einzelnen verbalden Übergriffen von Fahrgästen gegenüber Zugbegleitern und Lokführern der ODEG. Dies zeigt, wie dringend hier eine Lösung gefunden muss.

Wenn Arbeitnehmer und -geber auch weiterhin zu keinem konkreten Ergebnis kommen, muss nach Ansicht des DBV die Politik in dieser verfahrenen Lage vermitteln und moderieren. Tarifauseinandersetzungen von so langer Dauer bedeuten auch immer eine Schwächung des ÖPNV-Gesamtsystems und wirtschaftliche Einbußen auf beiden Seiten.


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Entwidmungsverfahren für die Bahnstrecke Bad Saarow Klinikum - Beeskow läuft - Brandenburg verliert weitere Eisenbahnstrecken


[5. August 2011] Im Juli 2011 hat der Eigentümer der Gleise von Bad Saarow das Entwidmungsverfahren für die Eisenbahnstrecke beantragt. Damit ist absehbar, dass eine weitere Nebenbahn von der Brandenburger Landkarte verschwindet. Interessant ist die Rolle, die das Verkehrsministerium dabei spielt. Denn der Abbau der Gleise hatte bereits Ende letzten Jahres begonnen, ohne die eigentlich notwendige Genehmigung. Nachdem auf öffentlichen Druck hin das zuständige Landesamt den weiteren Abbau untersagt hatte (was faktisch ohne Folgen blieb, weil ein Großteil bereits abgebaut war), wurde im Eiltempo die Ausschreibung der Strecke ("Abgabe an Dritte") durchgezogen - die Strecke wurde mit Zustimmung des Landes Brandenburg stillgelegt. Trotz mehrmaliger Nachfrage des Landesverbandes seit April 2011 zum Stand des Verfahrens gab es aus dem Landesamt keine Reaktion. Jetzt ist das Entwidmungsverfahren eingeleitet worden - der letzte Schritt. Eine juristische Ahndung des ungenehmigten Abbaus, der eine Übernahme durch andere Unternehmen völlig sinnlos machte, gab es nicht.

Im Koalitionsvertrag zwischen der Linken und der SPD heisst es unter anderem "Die Koalition strebt eine Stärkung des Bahnverkehrs durch Erhalt, Lückenschluss und Ertüchtigung des Schienennetzes und Qualitätsverbesserungen in der Fläche an." Wie diese doch sehr unterstützenswerte Aussage vor dem Hintergrund der aktuell laufenden Entwidmungsverfahren in Brandenburg zu verstehen ist, kann sicherlich nur die Landesregierung sagen. Anspruch und Wirklichkeit zur "Stärkung des Bahnverkehrs" klaffen derzeit weit auseinander.

Bereits seit vielen Jahren fordert der DBV von der Brandenburger Landesregierung, beim Erhalt von Schieneninfrastruktur eine aktivere Rolle zu spielen. Es ist zwar viel einfacher, sich darauf zurückzuziehen, dass das Land dafür nicht zuständig sei. Letztendlich ist es aber doch zuständig, denn jeder abgebaute Kilometer Gleis fehlt in ein paar Jahren bei der Bewältigung des prognostizierten Güteraufkommens. Dann muss dafür in das Straßennetz investiert werden.

Es ist bedauerlich, dass gerade mit einer rot-roten Landesregierung und dem oben genannten heren Ziel im Koalitionsvertrag derzeit eine "Entwidmungswelle" über das Land "schwappt", nachdem es in den letzten Jahren relativ ruhig gewesen ist. Auch Templin - Prenzlau, Rathenow - Neustadt (Dosse), Bad Belzig - Golzow stehen derzeit ganz oben auf der "Abschussliste".

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Warum hält von drei RE-Linien nur eine am Bahnhof Teltow? Regionalverkehrsnetz sinnvoll weiterentwickeln

[1.8.2011] Die Region südlich von Berlin gehört seit dem Mauerfall mit zu den verkehrlichen Verlierern. Kaum ein notwendiges Verkehrsprojekt ist seit 1989 verwirklicht. Immer noch quälen sich im werktäglichen Berufsverkehr Autokolonnen durch die engen Vorstadtstraßen. Das eigentlich recht dichte Busangebot ist wenig attraktiv, weil die Fahrzeiten unkalkulierbar sind, Takte mehrmals am Tag wechseln und Fahrzeiten viel zu lang sind. Die Region Teltow/Kleinmachnow/Stahnsdorf („TKS“) besitzt keinen leistungsfähigen Schienenanschluss – und wird ihn auf weitere Jahre auch nicht bekommen. Zu zerstritten sind die Politiker und Bürger, zu tief die Gräben zwischen den einzelnen Positionen.

Umso unverständlicher ist es, wenn das vorhandene Bahn- und Busnetz nicht optimiert und nicht sinnvoll genutzt wird. Der Regionalbahnhof Teltow ist dafür ein gutes Beispiel. Auf der Mahlower Straße hält an der Bushaltestelle „Teltow, Bahnhof“ tagsüber alle paar Minuten ein Bus. Nur ist das Umsteigen vom und zum Regionalverkehr nicht sonderlich interessant. Denn von den drei RE-Linien, die hier entlangfahren hält lediglich nur eine Linie (RE 4) am Bahnsteig. Zwei Linien, RE 3 und RE 5, rauschen auf den Mittelgleisen vorbei. Warum halten nicht alle drei RE-Linien am Bahnhof Teltow? Der Bedarf wäre vorhanden.

Würden alle drei Linien am Bahnhof Teltow halten, gäbe es viele weitere interessante und schnelle Umsteigemöglichkeiten aus „TKS“ von und nach Berlin. Sicherlich würden viele Autofahrer diese neue Umsteigemöglichkeiten nutzen. Dafür wären keine neuen Fahrzeuge, keine neuen Linienkonzeptionen oder gar millionenschwere Investitonen notwendig. Lediglich die Haltbestellung durch den Verkehrsverbund.

Warum handelt das Brandenburger Verkehrsministerium nicht und bestellt die Halte? Liegt es am Geld? Die zusätzlichen Halte würden natürlich Mehrkosten verursachen. Aber der enorme Pkw-Verkehr, der sich mangels gutem Bahn- und Busangebot stattdessen täglich durch die Region quält, kostet Geld und den Anwohnern Lebensqualität.

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"Von Dom zu Dom - das blaue Abgasband entlang Havel" - Braucht die Bundesgartenschau 2015 ein neues Motto?


[19.07.2011] 2015 findet die erste länderübergreifende Bundesgartenschau in Brandenburg und Sachsen-Anhalt gemeinsam statt. Die Veranstalter haben sich für die Havel als "Teil des 'Blauen Paradieses'" sportliche und sehr ehrgeizige Ziele gesetzt. Brandenburg an der Havel, Premnitz, Rathenow, Rhinow und Havelberg fungieren gemeinsam als Ausrichter. Bundesgartenschauen sind immer ein überregionaler Magnet in der Wahrnehmung und so werden auch 2015 über eine Million Besucher erwartet.

Woran es jedoch krankt, ist die Verkehrsanbindung der Standorte untereinander. Schön und gut, wenn der Wassertourismus eine hervorgehobene Rolle spielen soll. Nur: Havelberg als nördlichster Veranstaltungsort liegt über 72 km von Brandenburg an der Havel an der Südspitze entfernt. Da bedarf es eines ausgefeilten und leistungsfähigen Shuttleangebotes. Bedauerlicherweise ist das jedoch nicht in Sicht. Als einzige leistungsfähige Verbindung steht - theoretisch! - die Eisenbahnstrecke von Brandenburg nach Rathenow zur Verfügung. Dank erfolgter Rückbauten ist jedoch auch nur ein 1-Stunden-Takt mit kurzen Triebwagen möglich. Alles anderen Verbindung sind nur auf der Straße erreichbar. So droht ein Verkehrskollaps, auf den der DBV-Landesverband bereits bei der Bekanntgabe des Standortes 2015 aufmerksam gemacht hat. Es scheint fast so, als ob die Veranstalter sich ihre gute gedachte Bundesgartenschau durch eine Invasion von vielleicht zusätzlich 200.000 Pkws täglich über die zweispurigen Straßen kaputt machen lassen müssen. Da wird das Motto der Bundesgartenschau vielleicht im obigen Sinne umgedeutet werden müssen?!

Die Strecke von Rathenow Nord nach Neustadt (Dosse), die als Zubringer ins Amt Rhinow und nach Havelberg fungieren könnte, befindet sich derzeit im Entwidmungsverfahren. Der jetzige Eigentümer hat bereits großflächig die Gleise demontiert (ohne dafür eine notwendige Genehmigung zu haben) und fühlt sich nicht mehr an seine damalige Zusage, hier wenigstens einen Draisinenverkehr während der Bundesgartenschau anzubieten gebunden. Der Presse ist zu entnehmen, dass die Lokalpolitiker scheinbar jede Hoffnung auf den Erhalt der Strecke und die eigentlich versprochene Nutzung aufgegeben haben.

Um in letzter Sekunde noch das Verschwinden der Eisenbahnstrecke zu verhindern, hat der DBV-Landesverband heute Verkehrsminister Vogelsänger eindringlich gebeten, durch politische Einflussnahme die Entwidmung zu verhindern. Sollte es wirklich 2015 nur möglich sein, alle Standorte mit dem Pkw oder dem Bus auf der Straße zu erreichen, erwartet der DBV eher negative Schlagzeilen über die Bundesgartenschau. Die Bundesgartenschau 2015 braucht eine leistungsfähige und verlässliche Schienenanbindung als Grundangebot!

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Offener Brief: Fahrgäste dürfen in Vogelsang (Landkreis Oberhavel) nur alle 2 Stunden aussteigen
DBV Berlin-Brandenburg fordert Einschreiten gegen diese Brandenburger Provinzposse



[21.06.2011] Sehr geehrter Herr Minister Vogelsänger,

seit gestern ist Brandenburg um eine Provinzposse reicher. Die Regionalbahnlinie 12 von Berlin-Lichtenberg nach Templin über Oranienburg fährt zwar weiterhin alle Stunde, ein ein- und aussteigen im Bahnhof Vogelsang ist den Fahrgästen jedoch nur zweistündlich gestattet. Ihr Ministerium hat den Verkehrsverbund beauftragt, jeden zweiten Halt im Bahnhof Vogelsang abzubestellen. Da die Gesamtstrecke jedoch nach wie vor alle Stunde bedient wird, ergibt sich die skurile Situation, dass zwar alle Züge am Bahnsteig in Vogelsang halten, jedoch die Türen des eines Zuges nicht geöffnet werden. Erzürnte Fahrgäste haben sich bei uns über diese Entscheidung Ihres Ministeriums beschwert.

Durch die Verringerung der zu bezahlenden Halte spart das Land Brandenburg jährlich nach unseren Schätzungen 18.000 € ein. Diese enorme Summe rechtfertigt natürlich den Schritt, erst drei Wochen vorher die Öffentlichkeit über die Einschränkungen zu informieren und auch der betroffenen Stadt erst auf deren Nachfrage diese Entscheidung zur Kenntnis zu geben - oder? Diese völlig unabgestimmte und überhastete Abbestellung des Haltes in Vogelsang hätte nicht sein müssen. Schüler aus Vogelsang, die in Templin und an weiteren Standorten Schulen besuchen, haben nun plötzlich eine Fahrzeitverlängerung von bis zu 1,5 Stunden. Hier hätte es zuvor Gespräche mit der Kommune und den Betroffenen geben müssen.

Und noch einen Hinweis gaben uns verärgerte Eltern: die meisten Schüler haben sich eine Jahreskarte gekauft. Die kostet für sie zur Fahrt nach Templin 550 Euro im Jahr (für 11 Minuten Fahrzeit ein stolzer Preis!). Damit steht die Nutzbarkeit der Jahreskarte in keinem Verhältnis mehr zu den Kosten dafür. Wenn die Zahl der Fahrtmöglichkeiten jetzt quasi halbiert wird, wäre es auch nur logisch, den Preis auf die Hälfte zu senken.

Durch diese nicht ausreichend kommunizierte Maßnahme haben Sie den "Schwarzen Peter" an das Zugpersonal weitergereicht. Die Eisenbahner vor Ort, die mit dem Zug zwar am Bahnsteig anhalten, denen es jedoch verboten ist, die Türen zu öffnen, bekommen jetzt den Ärger der Fahrgäste zu spüren.

Auch DB Station & Services als Eigentümer des Bahnsteigs ist, so berichteten es uns Eltern aus Vogelsang, nicht untätig geblieben. Um Fakten zu schaffen, wurden kurzerhand die Bahnsteigplatten entfernt. Somit ist der Bahnsteig im Moment nicht nutzbar. Da dies unserer Meinung nach nicht durch die Gesetze abgedeckt wird, haben wir uns in dieser Angelegenheit an das Eisenbahnbundesamt gewandt.

Wir fordern Sie deshalb auf, sofort den stündlichen Halt für die RB 12 wieder zu bestellen. Jedes weitere Abwarten nährt bei vielen Bürgern vor Ort nur die Meinung, dass der Landesregierung die berlinfernen Regionen mit all ihren demografischen und wirtschaftlichen Problemen relativ egal sind.

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Pfingstwochenende: keine durchgehenden Regionalexpress-Züge an die Ostsee

Der angebotete Ersatzverkehr war eine Frechheit


[14.06.2011] Pfingsten 2011. Schönstes Ausflugswetter. Was liegt für viele Berliner also näher, ihrer Badewanne einen Besuch abzustatten. Mit dem Fahrrad selbstverständlich. Nur dumm, dass gerade an diesem Wochenende das eh nicht ausreichende Zugangebot durch den Komplettausfall des RE 3 zwischen Gesundbrunnen und Bernau noch weiter dezimiert wird.

Völlig die absehbare Nachfrage ignorierend, wird stattdessen von DB Regio auf die S-Bahn verwiesen, die zwischen Gesundbrunnen und Bernau als Ersatz herhalten muss, Nur: die S-Bahn fährt alle 20 Minuten und nur mit 6 Wagen. Das kann natürlich nicht gutgehen und führt auch zu unschönen Situationen. Wie Fahrgäste mit Gepäck und Fahrrädern, die in vier Doppelstockwagen auf den Treppen und in den Gängen stehend, in sechs einstöckige S-Bahn-Wagen passen sollen, erschließt sich dem Beoachter nicht ganz.

Die Fahrgastnachfrage war abzusehen. Deshalb ist es eine Frechheit, die schwächelnde S-Bahn als „Ersatz“ heranzuziehen und die Fahrgäste auf sie zu verweisen, obwohl es überhaupt kein zusätzliches Angebot für die zusätzlichen Fahrgäste der Regionalexpress-Züge gibt.

Offensichtlich reichen die Regelungen in den Verkehrsverträgen nicht aus, um ein angemessenes Ersatzangebot sicherzustellen. Dies betrifft auch die generelle Mitnahme von Fahrrädern, Gepäck und Rollstühlen bei Ersatzverkehren. Hier erwartet der DBV Berlin-Brandenburg, dass zukünftig ein Ersatzverkehr wirklich ein ersetzendes — qualitativ und quantitativ — Angebot bedeutet. Es müssen zukünftig die gleichen Standards wie beim Regelverkehr gelten. Für die neu abzuschließenden Verkehrsverträge fordert der DBV deshalb die Aufnahme entsprechender Regelungen und, bei Verstößen, Sanktionen, die den betroffenen Verkehrsunternehmen wehtun. Sonst wird sich wohl nichts ändern.

Beim Aushandeln dieser Passagen in neu abzuschließenden Verträgen können die beiden Bundesländer Berlin und Brandenburg Ihre Vorstellungen und Wünsche direkt einbringen. Ein Rausreden mit dem sonst üblicherweise zu hörenden Argument, man sei ja gar nicht zuständig, läuft ins Leere. Wenn also in Zukunft ein Bus, der für eine Bahn als Ersatzverkehr fährt, keine Fahrräder mitnehmen kann, die Sitzplätze dort nicht ausreichen oder ein regulär verkehrender Zug einfach das Etikett "Ersatzverkehr" aufgeklebt bekommt, tragen daran die Verkehrsministerien beider Länder eine Mitschuld.
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8.6.2011
DBV erleichtert: Vogelsang bekommt seinen stündlichen in zwei Jahren zurück!

Am 6. Juni 2011 machte der DBV-Landesverband Berlin-Brandenburg in einem Pressedienst darauf aufmerksam, dass ab 20. Juni 2011 im Bahnhof Vogelsang (Strecke Oranienburg - Templin) nur noch alle zwei Stunden die Regionalbahnen der Linie 12 halten würden und jeweils zur anderen Stunde ohne Halt durchfahren.

Inzwischen teilt das Brandenburger Verkehrsministerium mit, dass die Einschränkung des zweistündlichen Haltes nur bis zum Abschluss der Bauarbeiten an der Hauptstrecke von Rostock nach Berlin gelte.

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Ab 20. Juni 2011 im Transit durch Vogelsang – es wird nur noch alle 2 Stunden gehalten

Schilda liegt in Brandenburg, genauer im Landkreis Oberhavel, in der Gemeinde Zehdenick. Hier fährt nach wie alle Stunde nach Lichtenberg und alle Stunde nach Templin ein Zug. Aber jeder zweite Zug soll ohne Anhalten durchfahren.

Völlig unverständlich ist für den DBV-Landesverband Berlin-Brandenburg die zum 20. Juni 2011 erfolgte Abbestellung des stündlichen Haltes in Vogelsang. Die Regionalbahnlinie 12 von Berlin nach Templin fährt zwar weiterhin alle Stunde, jedoch halten die Züge nur alle zwei Stunden. Begründet wird dieser plötzliche Schritt mit den wenigen Ein- und Aussteigern. Wie soll sich aber die Zahl der Ein- und Aussteiger erhöhen, wenn der Zug seltener anhält; vielleicht gibt es auch nicht mehr potentielle Fahrgäste? Darüber wäre zu diskutieren gewesen. Aber die Landesregierung hat, vertreten durch den Verkehrsverbund, sich in einer Nacht- und Nebelaktion zur Streichung entschieden. Keine Rede ist mehr von dem Willen, auch in ländlichen Gebieten eine gewisse verkehrliche Grundversorgung sicherzustellen.

Die Einsparungen fürs Land belaufen sich auf etwa 18.000 € pro Jahr. Ein großartiger Beitrag zur Sanierung des Landeshaushaltes!

Dieser plötzliche Schritt der Abbestellung trifft nur wenige Fahrgäste, die hier ein- und aussteigen. Die Art und Weise jedoch widerspricht nach Ansicht des DBV jedoch dem Koalitionsvertrag zwischen SPD und der Linkspartei. Hier heißt es: „Die Koalition strebt eine Stärkung des Bahnverkehrs durch Erhalt, Lückenschluss und Ertüchtigung des Schienennetzes und Qualitätsverbesserungen in der Fläche an.“ (Seite 42). Auch das große Leitmotiv des Koalitionsvertrages „Gemeinsinn und Erneuerung“ wird hier ad absurdum geführt. Sowohl die Fahrgäste, die Öffentlichkeit und erst recht die Kommunalpolitik wurde von diesem Schritt überraschtund hätten Anspruch auf eine frühzeitige Information. Warum werden solche Entscheidungen nicht viel früher öffentlich bekannt gemacht?

Ob ein Fahrgast Verständnis dafür hat, wenn ab 20. Juni 2011 der Zug in Vogelsang ohne Halt durchfährt oder hier, aus betrieblichen Gründen, zwar hält, aber niemand ein- und aussteigen darf? Oder ob er die Notbremse zieht, weil er meint, dass der Zug hier eigentlich anhalten müsste?

 11. Mai 2011, DBV-Landesverband

Steigende Fahrgastzahlen im Regionalverkehr erfordern Verbesserungen im Angebot


Auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Kerstin Kircheis (SPD) nach der Auslastung der Brandenburger und Berliner RE-Linien hat die Brandenburger Landesregierung aktuelle Zahlen vorgelegt (Nr. 5/3101). Demnach sind im Vergleich 2007/2009 die Fahrgastzahlen um zwei Millionen von 30,8 Mio. (2007) auf 32,8 Mio. (2009) gestiegen.

Nach Beobachtungen vieler DBV-Mitglieder hat die Fahrgast-Nachfrage sowohl an Wochentagen als auch an Wochenenden deutlich spürbar zugenommen. Leider ist inzwischen die Kapazität häufig komplett ausgelastet; viele Züge sind "überbesetzt". Ein Sitzplatz auf den Treppenstufen oder ein Stehplatz im Gang ist dann der Normalfall. Dieser Normalfall darf nicht zur Dauer über Jahre werden!

Der DBV Berlin/Brandenburg sieht in dem erfreulichen Zuwachs auch die Aufgabe an die Verkehrspolitik in Brandenburg und Berlin, mit einer Ausweitung des Angebotes und Verbesserungen im Komfort zu reagieren. Dazu gehört nicht nur der immer noch fehlende Aufbau von Strecken oder zweiten Gleisen (z. B. Hennigsdorf - Gesundbrunnen oder Basdorf - Gesundbrunnen). Auch eine Taktverdichtung ist an vielen Stellen unumgänglich (z. B. Stundentakt nach Schwerin). Die aus der Fahrradmitnahme am Wochenende entstehenden Probleme (siehe unserer Pressedienst vom 9. Mai 2011) drängen ebenso.

Aber auch eine sinnvolle Arbeitsteilung zwischen S-Bahn und Regionalverkehr mahnt der DBV an. Es ist nicht Aufgabe des Regionalverkehrs, im Minutenabstand im "Berliner Speckgürtel" zu halten (z. B. Potsdam Hbf - Potsdam-Charlottenhof oder Albrechtshof - Seegefeld, Blankenfelde - Dahlewitz, Hennigsdorf - Velten), weil Brandenburg gegen S-Bahn-Verlängerungen ins Umland ist und dafür stattdessen lieber Millionenbeträge für zusätzlichen Parallelverkehr durch Regionalzüge ausgibt.

Der DBV Berlin/Brandenburg sieht die Notwendigkeit, für die Hauptstadtregion einen gemeinsamen - länderübergreifenden - Nahverkehrsplan zu erarbeiten.

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9. Mai 2011: DBV Berlin/Brandenburg fordert Mitnahme-Änderungen bei Ersatzverkehren

Dringenden Handlungsbedarf sieht der DBV Berlin/Brandenburg bei der Fahrradmitnahme, wenn Linien oder bestimmte Abschnitte wegen Bauarbeiten mit Busersatzverkehren befahren werden. Es geht nicht an, dass bestimmte Kundengruppenn mit dem lapidaren Hinweis "Die Beförderung von Fahrrädern ist ausgeschlossen, Kinderwagen werden in beschränktem Umfang transportiert" einfach ausgeschlossen werden. Dass mobilitätseingeschränkte Fahrgäste, beispielsweise mit einem Rollstuhl, überhaupt keine Chance zur Mitfahrt haben, braucht nicht weiter erwähnt zu werden.

Einerseits wird dafür geworben, das Auto so oft wie möglich stehen zu lassen und stattdessen entweder zu laufen, mit dem Rad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren, andererseits soll dies nur dann gelten, wenn dies mit den sowieso schon regulär fahrenden Bahnen und Bussen möglich ist. So macht sich Politik unglaubwürdig!

Immer mehr Menschen entdecken, dass Brandenburg und die angrenzenden Landschaften auch mit dem Fahrrad entspannt zu entdecken sind und nehmen zur Hin- und Rückfahrt ihr Fahrrad in die S-Bahn und den Regionalverkehr mit. Seit genauso vielen Jahren werden die dadurch entstehenden Probleme jedoch von den Verantwortlichen auch ignoriert. So ist es nicht möglich, in notwendigem Umfang im Sommer in nachfragestarken Zeiten bestimmte RE-Züge durch spezielle Fahrradwagen zu verstärken oder besondere Züge, vornehmlich für  Fahrradfahrer einzusetzen. Stattdessen soll das Personal vor Ort Probleme zwischen den Fahrgästen regeln. Ebenso wird seit Jahren unter anderem durch den DBV bei der S-Bahn Berlin GmbH angeregt, die sogenannten Mehrzweckabteile (das sind die Wagenbereiche mit den Klappsitzen) deutlicher zu kennzeichnen.

Seit Ostern hat in Berlin und Brandenburg "Max", das eigentlich ganz sympathische Maskottchen der DB AG, wenn es um die Baustelleninformation geht, wieder zugeschlagen. An fast jedem Wochenende wird an den Außenästen gebaut und "Sommerfrischler" werden besonderen Nervenanspannungen ausgesetzt. Denn nach wie vor ist die Fahrradmitnahme in den Bussen, die als Ersatz für ausfallene Züge fahren, die Fahrradmitnahme nicht möglich. Auch der Kinderwagen-Hinweis, wonach die Mitnahme in "beschränktem Umfang" möglich sei, ist eher als Vorwand und Abwälzen der Verantwortung auf die jeweiligen Busfahrer zu verstehen.

Der DBV fordert deshalb, dass nur noch Busse im Ersatzverkehr eingesetzt werden dürfen, die für Fahrräder, Kinderwagen und Rollstühle barrierefrei zu nutzen sind und diesen Kundengruppen die Mitfahrt ermöglichen können.



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