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Die Bedeutung der Schienenverkehrskorridore für SN
Am 2. Juli 2010 fand bei der IHK Dresden die DBV-Konferenz zur Bedeutung der europäischen Schienenverkehrskorridore für den Freistaat Sachsen statt. Trotz einer notwendigen Änderung des Themas hin zum Fokus auf die Anbindung insbesondere auch Ostsachsens an das deutsche Fernverkehrsnetz kam es zwischen den Diskutanten und vor allem auch den fachlich versierten Zuhörern zu einer regen und fruchtbaren Diskussion.
Hierzu möchten wir Ihnen unten einige Impressionen der Veranstaltung zeigen. Eine Broschüre mit den wesentlichen Statements der einzelnen Akteure wird in Kürze erstellt werden.
Bild 01:
v.l.: Dr. Detlef Hamann, Haupt-geschäftsführer der IHK Dresden, Joachim Fried, Konzernbevoll-mächtigter der DB für Wett-bewerb und europäische Angelegen-heiten, DBV-Präsident Gerhard J. Curth, MdB Stephan Kühn und Michael Cleve, Stellvertretender Landesvorsitzender des DBV-Sachsen und Regionalvorsitzender des DBV-Niederschlesien-Oberlausitz.
Bild 02:
Michael Cleve, Regionalvorsitzender DBV-Niederschlesien-Oberlausitz und stellvertretender Landesvorsitzender des DBV-Sachsen: "Die Wiederanbindung Ostsachsens als ländliche Region mit abnehmender Bevölkerungszahl steht beispielhaft für viele Nebenstrecken der Bahn, die nur noch die Verkehrsbestellungen der Länder existieren. Hier sollte die Verkehrsbestellung antizyklisch als Gegengewicht zur schleichenden Entvölkerung ganzer Regionen gesehen werden. Eine gute Bahnanbindung zieht auch Menschen in eine Region. Dann kann auch wieder über eine Fernverkehrs-anbindung geprochen werden. Aber nur SPNV reicht hier nicht aus."
Bild 03:
Gerhard J. Curth, Präsident DBV: "Die Abbindung der meisten Mittel- und Oberzentren traf insbesondere auch Ostsachsen sehr hart. Durch die neue Rolle als Tor zu unseren östlichen Nachbarn besteht hier die Chance, nun durch europäische Unterstützung dieses Manko zu beheben, indem im Zuge des Ausbaus der europäischen Korridore, zum Beispiel nach Kiev, auch die Fernverkehrsanbindung wieder auf den Tisch kommt. Der DBV hat hier umfangreiche Vorschläge im "Erweiterten Fernbahnnetz" unterbreitet."
Bild 04:
Joachim Fried, Konzernbevoll-mächtigter der DB für Wettbewerb und europäische Angelegenheiten: "Man muss wissen, dass die Deutsche Bahn Großprojekte wie Stuttgart 21 nicht aus eigenem Antrieb durchführt, sondern weil vor vielen Jahren Politiker die Weichen gestellt, insbesondere die finanziellen Mittel bereitgestellt haben, um solche Projekte realisieren zu können. Dazu kommt, dass bei den langen Vorlaufzeiten von Bahnprojekten jetzt gebaut wird, was vor 20 Jahren geplant wurde. Beispiel: das Zusammenwachsen der Hochgeschwindigkeitsnetze in Holland, Belgien und Frankreich."
Bild 05:
Stefan Kühn, MdB: "Großprojekte fressen dringend benötigte Investitionsmittel auf, die besser in Projekte in der Fläche wie zum Beispiel in den Ausbau der Mitte-Deutschland-Verbindung gelenkt werden sollten. Ebenso sollte man nachdenken, ob man nicht Mittel von der Straße auf die Schiene umschichtet"
Bild 06:
Dr. Detlef Hamann, Haupt-geschäftsführer der IHK Dresden: "Wir setzen große Hoffnung in den Korridor von Rostock über Dresden nach Prag, weil die wirtschaftliche und touristische Attraktivität eines Standortes leidet, wenn die Verkehrsanbindungen nicht Schritt halten. Dieser Korridor sollte unbedingt politische Priorität haben."
Bild 07:
Gerhard J. Curth, Präsident DBV: "Das Zusammen-wachsen Europas auf dem Schienen-verkehrsmarkt hat gerade erst begonnen. Wir wollen keine europäische Netzagentur, aber bezüglich von Genehmigungsverfahren und Konzessionserteilungen machen viele Nationalstaaten noch ihre eigene Kirchturmpolitik. Was in Deutschland gebaut wurde und in Dänemark fuhr, darf zum Beispiel noch lange nicht einfach wieder in Deutschland fahren. Die Genehmigungspolitik der Italienier ist noch diffuser, dort müssen beispielsweise Lokführer beim Wechsel in ein anderes EVU selbst beim Führen der gleichen Fahrzeuge wieder neue Erlaubnisse beantragen. Hier ist dringend eine Anpassung auf europäischer Ebene gefragt."
Bild 08:
Im Gespräch.






