Zweiter Thüringer Bahngipfel geht ohne nennenswerte Ergebnisse zu Ende - DBV ist enttäuscht

(10.11.2015, DBV-Bundesverband) Der DBV ist enttäuscht und unzufrieden. Zu unkonkret und wenig greifbar ist das Ergebnis. Zwei Jahre sind noch Zeit, so lange wird man in Jena sicher nicht aufgeben und hoffentlich an den eigenen Forderungen festhalten.

Zum zweiten Mal trafen sich am 9. November 2015 in Jena Vertreter von Bahn, Politik und Bürgerinitiativen, um über die Zukunft des DB-Fernverkehrs in Ost-Thüringen zu diskutieren. Hintergrund ist die Eröffnung des zweiten Teilstücks der Neubaustrecke Leipzig/Halle - Erfurt - Nürnberg im Dezember 2017. Dann sollen die ICE-Züge von Berlin nach München auf sie verlagert werden. Die Städte entlang der alten Strecke durch das Saaletal, Jena und Saalfeld, verlieren ihren Fernverkehrs-Anschluss.

Im März kündigte die DB AG in ihrem Fernverkehrskonzept die Einführung einer zweistündlichen IC-Linie Leipzig - Jena - Nürnberg an - für das Jahr 2030. Im Zuge dessen hatte sich in der Region zunehmend Protest in Politik und Wirtschaft geregt, Bürgerinitiativen wie das "Bündnis für Fernverkehr Jena" entstanden. Unternehmen denken bereits an Standortverlagerungen, die Universität befürchtet eine Abwertung des Hochschulstandortes. Die Bahn zeigte sich kompromissbereit und suchte das Gespräch bereits im Juni, beim ersten Bahngipfel. Sie räumte daraufhin die mögliche Einführung der neuen IC-Linie bereits für 2023 statt 2030 ein - immer noch zu spät fürchtet man in Jena, bis dahin wären Firmen und Investoren bereits verschwunden. Auch Ministerpräsident Ramelow sprach sich explizit für den Beibehalt einer Takt-Anbindung direkt nach 2017 aus, erteilte aber gleichzeitig einer Bezuschussung der Verkehre mit Regionalisierungsmitteln, wie sie sich die Bahn wünscht, eine Absage.

Der zweite Bahngipfel, jetzt Anfang November, sollte dann weitere konkrete Entscheidungen bringen. Nun ist die Enttäuschung groß, konkrete Ergebnisse wurden nicht erzielt, lediglich der bisherige Stand neu festgeschrieben. Offiziell als Ergebnis des zweiten Bahngipfels verkündet wurde ein sogenannter "Vier-Punkte-Plan", der das bisher Bekannte zum Inhalt hat:

1. 2 ICE-Zugpaare Jena ↔ Berlin ab Dezember 2017, beide morgens von Jena nach Berlin und abends zurück, die Gegenrichtung soll also nicht angeboten werden.

2. 3 IC-Zugpaare mit Dieselvorspann zwischen Gera und Düsseldorf frühestens ab Dezember 2018.

3. 1 IC-Linie Leipzig - Jena - Nürnberg - Stuttgart - Karlsruhe ab Dezember 2023.

4. 1 IC-Linie Chemnitz - Gera - Jena - Erfurt - Düsseldorf falls die Mitte-Deutschland-Verbindung elektrifiziert werden soll (laut DB AG ist 2033 ein realistischer Termin dafür). Erste Erkenntnisse dazu erwartet man noch dieses Jahr, wenn das Bundesverkehrsministerium den Entwurf zum neuen Bundesverkehrswegeplan veröffentlicht.


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