Deutliche Fahrpreiserhöhungen im VBB – Ergebnis der nicht ausreichenden Unterstützung des Landes Brandenburg?

Der Deutsche Bahnkunden-Verband, Regionalverband Potsdam-Mittelmark, erklärt seine deutliche Kritik an den vom Aufsichtsrat des VBB beschlossenen Fahrpreiserhöhungen. In Potsdam wird sich der Fahrpreis sogar stärker erhöhen als im Rest der VBB. Ein Fakt, der trotz nachvollziebarer Gründe für die Fahrgäste sehr ärgerlich ist. Hierfür aber nur die Verkehrsunternehmen zu kritisieren, trifft aber den Falschen. Richtiger Adressat für die Kritik wäre die Landesregierung Brandenburg (Linke und SPD) und die Kommunalparlamente als Aufgabenträger und Gesellschafter des Verkehrsverbundes.

Laut Oberbürgermeister Jacobs „… wird Potsdam keine autogerechte Stadt …“ Das ist wohl richtig! Gleichzeitig kürzt das Stadtparlament seit Jahren die Zuwendungen an die ViP. Das jüngst verabschiedete 50 Millionen-ÖPNV-Investitionspaket ist ein Schritt in die richtige Richtung, reicht aber nicht aus. So ist z. B. immer noch die überfällige Sanierung der ÖPNV-Trasse durch die Innenstadt mit endlich behindertengerechten Haltestellen zu realisieren.

In der Stadt Brandenburg zahlt man künftig 1,70 € je Fahrt. Ein ernstzunehmender ÖPNV endet jedoch bereits gegen 20 Uhr, wenn die letzte Straßenbahn ins Depot rollt und der Nachtverkehr (!) beginnt. Wo bleibt der Mehrwert für die Nutzer?

Zum einen bemüht man sich richtigerweise um neue Tarifangebote (z. B. 4-Fahrtenkarten), die die Erhöhung zum Teil auffangen, andererseits kann es nicht sein, nur die Nutzer des Umweltverbundes an den Kosten stark zu beteiligen und das finanzielle Engagement des Landes seit Jahren auf nicht ausreichendem Niveau einzufrieren.

Was ist die Strategie dieser Verkehrspolitik? Leere Wahlversprechen wie die angemessene Förderung des ÖPNV, Aufbau einer 2-System-Tram, oder ticketfreier Nahverkehr bleiben wohl wieder nur Worthülsen! Auch ÖPNV-Nutzer sind Wähler und zur Zeit eher unzufrieden... Ein weiter so, nur an der Preisschraube zu drehen, kann es ja wohl nicht sein.

Der DBV erwartet von den politisch Verantwortlichen im Landkreis und den kreisfreien Städten, ihre Unterstützung für den Bahn- und Busverkehr nicht nur in blumige Worten zu fassen, sondern auch durch Taten zu unterstützen.


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