Von Ducherow zweigte bis 1945 die Strecke nach Usedom ab.

Bahnverbindung Berlin - Usedom in 2 Stunden: Endlich Entscheidung für eine umweltverträgliche Mobilität treffen!

Die Bahnstrecke Berlin - Ducherow - Swinemünde - Seebad Ahlbeck - Heringsdorf war bis 1945 bzw. bis zur Zerstörung der Karniner Brücke die kürzeste und schnellste Verbindung nach Usedom. Auch heute lässt sich die Insel zwar per Bahn erreichen, jedoch nur auf zeitaufwändigen, wenig attraktiven Umwegen. Zudem fehlen z. B. von Leipzig oder Berlin jegliche umsteigefreie Verbindungen.

Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung vom 12. März 2018 ist dagegen festgelegt, dass die Fahrgastzahlen im Schienenverkehr im Hinblick auf das Erreichen der Klimaschutzziele verdoppelt werden sollen. Damit dieses Ziel überhaupt erreicht werden kann, muss die entsprechende Verlagerungsinfrastruktur aber beschleunigt ausgebaut bzw. deutlich attraktiver werden als heute.

Der Wiederaufbau der Bahnstrecke Berlin - Ducherow - Swinemünde - Seebad Ahlbeck ( - Heringsdorf) ist dabei ein europäisches Projekt, das Einwohnern und Besuchern Usedoms sowohl auf deutscher als auch auf polnischer Seite gleichermaßen nutzt. Die Belastung Usedoms durch den Pkw-Verkehr ist speziell zu den Ferienzeiten extrem und mittlerweile nicht mehr akzeptabel. Schlimmer noch: Mit Inbetriebnahme des Swinetunnels voraussichtlich im Jahr 2022 wird sich die Belastung der Straßen noch weiter erhöhen. Worst-Case wäre, wenn die bestehende Tonnagebegrenzung für den Straßen-Grenzübergang Garz doch entfallen und damit auch für den Schwerlastverkehr freigegeben würde.

Kurzsichtig und falsch war in diesem Zusammenhang die Entscheidung des Bundes, beschriebenen Bahn-Ausbau nicht in die Projektliste des Bundesverkehrswegeplans 2030 aufzunehmen. Auch im aktuellen 3. Gutachter-Entwurf zum Zielfahrplan 2030 des Deutschlandtakts ist diese Strecke nicht berücksichtigt, im Gegensatz beispielsweise zur Darßbahn Barth - Prerow.

Dass der Bund bei der Realisierung bzw. Finanzierung von Verkehrsinfrastrukturprojekten aber durchaus flexibel reagieren kann, wenn der politische Wille vorhanden ist, wird auf Usedom aktuell im Fall der geplanten Ortsumgehung Zirchow im Zuge der Bundesstraße B110 bewiesen: Dieses Projekt ist nicht Bestandteil des Bundesverkehrswegeplans bzw. des Fernstraßenausbaugesetzes, soll nun aber trotzdem zusätzlich zur Projektliste finanziert und gebaut werden.

Der Deutsche Bahnkunden-Verband e.V. (DBV) fordert daher, dass die Vorplanungen zum Wiederaufbau der Bahnstrecke Ducherow - Swinemünde - Seebad Ahlbeck ( - Heringsdorf) nicht nur zügig durchgeführt und zum Abschluss gebracht werden, sondern der Wiederaufbau als Beitrag für eine umweltverträgliche Mobilität anschließend auch zügig umgesetzt wird.

Der 3. Gutachter-Entwurf zum Zielfahrplan 2030 des Deutschland-Takts muss zudem entsprechend überarbeitet werden und benannte Strecke berücksichtigen.


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