Neues Busliniennetz im Berliner Nordosten und angrenzendem Landkreis Barnim

Der DBV-Landesverband Berlin-Brandenburg begrüßt, daß es im 25. Jahr nach dem Mauerfall gelungen ist, das Busliniennetz im nordöstlichen Verflechtungsraum zwischen Berlin und Brandenburg zu ordnen und sich mehr an den Fahrgastinteressen zu orientieren als an den politischen Verwaltungsgrenzen. Als positiv ist die Linienführung und Linienverdichtung zu den S-Bahnhöfen Zepernick und Buch zu bewerten. Der Bus erfüllt in Zukunft seine Aufgabe, Zubringer zu den Schienenverkehrsmitteln zu sein und die Fläche zu bedienen.
Kritisch begleiten werden wir weiterhin folgende Missstände:
- unzureichende Fahrgastinformationen sowie
- die Verschwendung von ÖPNV-Geldern für den Individualverkehr.
1. Während im Raum Buch zwischen Helios-Klinikum und S-Bf Buch das Busangebot nicht ausreichend ist, verkehren zwischen den Dörfern Schwanebeck - Lindenberg/Neu-Lindenberg 6 Busse pro Stunde. Es bleibt fraglich ob der 20-Minutentakt durch dieses dünn besiedelte, landwirtschaftlich geprägte Gebiet sinnvoll ist.
2. Die Vergrößerung der Ringlinie 867 durch das Panketaler Musikerviertel verlängert die Reisezeiten zum S-Bf Zepernick von 5 auf 15 Minuten. Hier ist die der Busverkehr in beiden Richtungen mit besserer Bedienung der Kaufhallen und Kita schnellstens zu korrigieren.
3. Im Linienplan des Flyers sollten die unterschiedlichen Busangebote auch unterschiedlich dargestellt werden.
4. Die Haltestellenbezeichnungen sollten nach den aktuellen Straßennamen und Ortsteilen bezeichnet werden. Namen wie "Zepernick Mühle", "Malzmühle" sowie "Bimmler" sind nur den Ureinwohnern bekannt und führen bei unkundigen Fahrgästen zu Verwirrung.
5. Übersichtspläne an den überdachten Haltestellen wären eine zusätzliche Informationshilfe.
6. Völlig kontraproduktiv zur gleichzeitigen Einführung eines verdichteten Busliniennetzes zum S-Bf Zepernick mit 4 Buslinien und 8 Fahrten pro Stunde ist der Ausbau weiterer Parkplätze für den Individualverkehr. Warum wird ein gutes Angebot dadurch torpediert, dass auch Konkurrenzangebote mit Geld aus dem ÖPNV-Mitteln subventioniert werden?

 

Die Gesamtkosten von fast einer halben Mio.€ werden mit 365.000 € als Zuwendung des Landes und 104.000 € von der Gemeinde Panketal beglichen. Die Zuwendungen werden aus ÖPNV-Mitteln bezahlt und könnten für effiziente ÖPNV-Leistungen oder für den weiteren Umweltverbund verwendet werden (Fahrradabstellanlagen, Wartehäuschen). Für diese 0,5 Mio € könnten die in Buch abgestellten S-Bahnen bis zum S-Bf Röntgental bzw. eine Kiezbuslinie zum S-Bf Röntgental über viele Monate bezahlt werden - mit weiteren Fahrgastgewinnen und Fahrgeldeinnahmen.
Das Projekt ist insgesamt positiv zu bewerten und wird hoffentlich ein großer Erfolg werden. Der DBV-Regionalverband hat an der Erarbeitung mitgewirkt. Einige Hinweise und Verbesserungsvorschläge von ihm sind auch tatsächlich in die Planung eingeflossen. Ganz zufrieden wäre der DBV dann, wenn die oben genannten Kritikpunkte abgestellt werden.


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