Mehr Züge nach Werder reichen nicht!

Der Regionalverband Potsdam-Mittelmark des Deutschen Bahnkunden-Verbandes (DBV) unterstützt die Forderung nach einer verbesserten Anbindung von Werder an den Regionalverkehr. Das zugrunde liegende Probleme erfordert jedoch aus Sicht des DBV das Denken in größeren Maßstäben.

Demnach sind aus Sicht des DBV zusätzliche Pendelzüge zwischen Werder und Potsdam höchstens eine erste Maßnahme, jedoch langfristig keine befriedigende Lösung. Die Streckenbelegung zwischen den Bahnhöfen Potsdam Park Sanssouci und Hauptbahnhof weist schon jetzt durch die einmündenden Regionalbahnen eine hohe Belegung aus. Ferner hat der DBV Zweifel, ob die Bestellung solcher Pendelzüge, die eher den Charakter städtischen Nahverkehrs haben, Aufgabe des Landes sind.

Tatsache ist stattdessen aus Sicht des DBV, dass der gesamte Korridor von Brandenburg an der Havel bis Potsdam in den Spitzenzeiten eine derart hohe Nachfrage auf weist, dass die derzeit fahrenden Züge an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Deswegen sollten statt der angedachten Pendelzüge auf dem RE 1 zunächst grundsätzlich mehr Fahrten stattfinden. Um die steigende Nachfrage im Bereich Potsdam-Werder in den Griff zu kriegen, hielte der DBV sogar prüfenswert, ob und unter welchen Bedingungen die Verlängerung der S-Bahn von Potsdam nach Werder und ggf. einem Abzweig nach Golm sinnvoll wäre.

In diesem Zusammenhang bemängelt der DBV, dass das anfängliche Konzept von schnellen Regionalexpressen und langsamen Regionalbahnen zunehmend aufgeweicht wird. Insbesondere der Attraktivitätsvorteil der Regionalexpresszüge geht mit immer wieder neuen Halten verloren. Stattdessen regen wir an, wieder verstärkt auf parallel verkehrende Regionalbahn zurückzugreifen.

Abschließend weist der DBV darauf hin, dass der öffentliche Verkehr im Land Brandenburg seit Jahren chronisch unterfinanziert ist. Während jedes Jahr aufs neue Landesmittel für den Straßenbau bereitgestellt werden, gibt es für den volkswirtschaftlich und ökologisch deutlich vorteilhafteren Schienenverkehr keine Landesgelder. Neue Leistungen müssen hier stets mit Kürzungen an anderer Stelle "gegenfinanziert" werden.


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