Die "Mehr"-Offensive der Deutschen Bahn AG

(DBV-Bundesverband, 17.12.2015) Die Deutsche Bahn AG hat nach der Aufsichtsratssitzung zur Pressekonferenz geladen, um die Pläne einer „tiefgreifenden Konzernreform“ und Zukunftsplanung vorzustellen. In acht Punkten legte der DB-Vorstand im neuen Strategiepapier „Die neue Bahn – mit zufriedenen Kunden erfolgreich in die Zukunft“ dar, wie sie sich zur besten Eisenbahn aller Zeiten entwickeln will.

Mehr Investition → mehr Qualität → mehr Kunden → mehr Gewinn. So will man bis 2020 aus der Krise steuern. Die Wirkungen der bisherigen Versuche zur Rückgewinnung von Marktanteilen waren allesamt nicht so umwerfend. Wird unsere Eisenbahn jetzt also womöglich endlich pünktlich, zuverlässig und wirtschaftlich zugleich? Man wird sehen. 2020 kommt bald, dann wird sich dieses Strategiepapier an seinen Ergebnissen messen lassen müssen. Hoffentlich bleibt es nicht nur heiße Luft.

Viele der jetzt angekündigten Verbesserungen sind aus Sicht des DBV eine Selbstverständlichkeit. Umso besser, dass sie jetzt, nachdem es an ihnen häufig mangelt, benannt werden. Dazu zählen die Verbesserung der Pünktlichkeit, eine bessere Fahrgastinformation, besseren Service, mehr Sauberkeit und Komfort an den Bahnhöfen.

Die DB schafft das größte mobile Wlan-Netz in Deutschland. Bis 2020, so der Plan. Angesichts der mittlerweile enormen Laptop-Dichte im ICE-Großraum ist eine starke Nutzung absehbar. Jedoch hat die Einführung und Verfügbarkeit der frei zugänglichen Internetverfügbarkeit für den DBV nachrangige Priorität. An oberster Stelle steht die Pünktlichkeit und ein bezahlbares Angebot.

Größtes Sorgenkind ist der Güterverkehr auf der Schiene. Hier wabern wenig positive Ideen durch die Gerüchteküche. Abbau von weiteren 500 Ladestellen? So ist es zu hören. Weitere Konzentration auf den gewinnträchtigen Ganzzugverkehr? Was für ein fatales Signal nach dem Klimaabkommen von Paris und unter der ewigen Maxime jeder Bundesregierung, mehr Güter auf die Schiene bringen zu wollen. Hier sollte schleunigst die Politik Einfluss nehmen und ein Absterben von Gleisanschlüssen, wie in Zeiten von Mora-C verhindert werden. Das Bestreben der DB-Güterverkehrssparte, kurzfristige Transporte auf fest bestellte Güterzüge zu verlagern, bedeutet unter Umständen eine Schwächung gegenüber dem Lkw-Transport auf der Straße.

Hoffen wir auch, dass die Flexibilisierung, die vom Personal verlangt wird, nicht zulasten der Motivation geht. Denn die Mitarbeiter und ihr Auftreten sind es, die den Schlüssel für jeden Unternehmenserfolg darstellen. Wie noch flexiblere Arbeitszeiten mit einem Personalabbau einher gehen sollen, bleibt erklärungswürdig.

Der DBV wünscht sich bei der Umsetzung aller Maßnahmen eine frühzeitige Einbeziehung der Kunden und seiner Verbände. Nur so wird der Umbau tatsächlich zum Erfolg führen.

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