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Berlin, 28. August 2021

Herrn Bundesvorsitzenden Claus Weselsky
Gewerkschaft Deutschen Lokomotivführer

Streik

Sehr geehrter Herr Weselsky,

es ist Ihnen bekannt, dass der DBV als Interessensverband der Bahnfahrgäste und Güterkunden stets dem hohen Recht des Arbeitskampfes den Vorrang einräumt und bei den Bahnkunden um Verständnis für die Einschränkungen während eines Streiks wirbt. Dabei konnten wir feststellen, dass es bei den Fahrgästen ein hohes Maß an Verständnis für die Belange der Bahnbediensteten gibt und dies trotz auftretender Nachteile bei den täglichen Wegen.

Aktuell ist eine Trendwende im Verständnis der Kunden für den derzeitigen Arbeitskampf erkennbar. Wesentlicher Grund hierfür ist die Ablehnung des Gesprächsangebots der DB AG: Wir sind der Meinung, dass es auf die Kunden positiver und vielleicht glaubhafter wirken würde, wenn Sie schlimmstenfalls den Verhandlungstisch verlassen, als gar nicht erst dort Platz zu nehmen. Die Angebote der DB AG an Sie, die wir nicht bewerten, könnten ja am Verhandlungstisch auch eine positive Wendung nehmen. Dies ist jedenfalls die Meinung zahlreicher Bahnkunden.

Sehr geehrter Herr Weselsky, ich appelliere an Sie, bei den wenigen „diplomatischen“ Möglichkeiten auch die Bahnkunden in lhre Strategie einzubeziehen. Noch stellen wir bei den Fahrgästen großes Verständnis für die Belange Ihrer Klientel fest. Sollte die Bahn jedoch ständige Berechenbarkeitsdefizite aufweisen, so wird es für die Kunden unberechenbar werden und auch zu Abwanderungen vom Verkehrsmittel Bahn kommen. Denken Sie an die Menschen, die in ländliche Räume umgezogen sind und in Vertrauen auf die Bahn ihr Auto abgeschafft haben.

Ich mache Ihnen keine Vorhaltungen, sondern empfehle „Schnittstellenregelungen“ zwischen den Interessen der Eisenbahner und vor allem der Fahrgäste. Die Bahnbediensteten haben bei den Kunden mehr Verständnis als es die Eindrücke vermitteln.

lch glaube, es wäre nützlich, wenn Sie sich in lnterviews mit einigen klärenden Worten auch einmal direkt an die Bahnkunden wenden würden.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gerhard J. Curth, Präsident

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