Jahrgang 2018

Beschaffung neuer Züge für die Berliner S-Bahn: Auch die Infrastruktur muss dafür ertüchtigt werden!

(DBV-Länderverband Nordost, 30.09.2018) Im Rahmen der 35. Deutschen Schienenverkehrs-Wochen fand am 20. September 2018 der traditionelle und wieder sehr gelungene Fahrgast-Sprechtag bei der S-Bahn Berlin mit ihrem Chef, Herrn Peter Buchner, statt.

Er teilte u. a. mit, dass im Jahr 2023 insgesamt 106 neue Züge (85 Vier-Wagen-Züge, 21 Zwei-Wagen-Züge) auf den Gleisen der S-Bahn Berlin unterwegs sein werden, was sehr erfreulich, aber für Angebotsausweitungen bzw. für den Ersatz älterer S-Bahn-Züge auch dringend notwendig ist. In diesem Zusammenhang gibt es allerdings zwei wesentliche Probleme, die dringend gelöst werden müssen:

  1. Die neuen Züge bzw. die künftig insgesamt höhere Anzahl an Fahrzeugen sorgen für einen steigenden Energiebedarf. Der Bahnstrom für die S-Bahn wird über Unterwerke in die Stromschiene eingespeist. Von den Unterwerken gibt es aber leider schon derzeit nicht genügend. So müssen 22 Unterwerke allein in Berlin und 10 weitere in Brandenburg neu gebaut werden. Ein Unterwerk zu planen und zu bauen dauert rund fünf Jahre. Es ist also höchste Zeit, damit anzufangen! Ansonsten besteht die Gefahr, dass im Jahr 2023 zwar viele neue S-Bahn-Züge zur Verfügung stehen, diese aber mangels ausreichender Stromversorgung zumindest mit dem Ziel einer spürbaren Verbesserung des Angebots gar nicht eingesetzt werden können.
  2. Durch die geplante Vergrößerung des Fahrzeugparks der S-Bahn werden des Weiteren auch dringend zusätzliche Abstellkapazitäten benötigt! Um einen flexiblen Betrieb zu gewährleisten, müssen die Abstellanlagen im gesamten Stadtgebiet verteilt sein. Vor allem auf der Nord-Süd-Achse sind derzeit schon zu wenige vorhanden. Sobald die Verlängerung der S-Bahnlinie S 21 (d. h. der zweiten Nord-Süd-Verbindung) in Richtung Süden erfolgt, verschärft sich dieses Problem weiter, da dann auch noch die Abstellanlage vom S-Bahnhof Potsdamer Platz fehlt.

Der DBV-Länderverband Nordostdeutschland fordert deshalb, unabhängig von der Fahrzeug-Neubeschaffung, auch Investitionsmittel für die notwendige Ertüchtigung der Infrastruktur der S-Bahn Berlin bereit zu stellen. Dies muss aus obigen Gründen sehr zeitnah geschehen!

Bahntickets: Kontinuierliche Einschränkungen beim personenbedienten Verkauf sind die falsche Strategie!

(DBV Nordostdeutschland, 8.9.2018) Bahntickets: Kontinuierliche Einschränkungen beim personenbedienten Verkauf sind die falsche Strategie!

In der Märkischen Allgemeinen (MAZ) vom 7. September 2018 wurde die deutliche Reduzierung der Möglichkeiten des personenbedienten Erwerbs von Bahntickets in den vergangenen Jahren kritisiert.

Der Deutsche Bahnkunden-Verband teilt diese Meinung und ist der Auffassung, dass der Erwerb von Bahn-Tickets über den Vertriebsweg Internet zweifellos eine in den nächsten Jahren weiter zunehmende Bedeutung hat, aber der Fahrkarten-Verkauf mit fachkundiger bzw. persönlicher Beratung wird auch künftig einen unverzichtbaren Service des Angebotes sein. Gerade von älteren Reisenden, Gelegenheits- und speziell Neukunden wird dieser unkomplizierte Vertriebsweg bzw. Zugang zum System Bahn gern genutzt.

Vor diesem Hintergrund ist es unverständlich, dass die Anzahl der Reisebüros, die u. a. Bahn-Fahrkarten verkaufen, angesichts ungünstiger Rahmenbedingungen von 3.176 im Jahr 2008 auf mittlerweile 2.136 im Jahr 2018 zurückgegangen ist. Grund für diese Entwicklung ist eine mehrfache Kürzung der Provisionen seitens der Deutschen Bahn (DB). Vor allem für kleinere Reisebüros lohnt sich dadurch der Verkauf von Bahn-Fahrkarten wirtschaftlich nicht mehr. Gerade Reisebüros waren bzw. sind aber ein wichtiger Ersatz für weggefallene DB-Reisezentren, deren Anzahl in der Vergangenheit von ursprünglich 1.000 auf derzeit lediglich rund 400 mehr als halbiert wurde. Die Folge sind, nicht zuletzt aufgrund von Personalreduzierungen, zum Teil inakzeptabel lange Wartezeiten in den verbliebenen Reisezentren.

Der Deutsche Bahnkunden-Verband - Länderverband Nordostdeutschland - fordert deshalb, dass die Provisionen für Reisebüros wieder auf ein Niveau angehoben werden, die einen wirtschaftlichen Betrieb ermöglichen und diese Negativ-Entwicklung umkehren. Zu den Unternehmenszielen der Deutschen Bahn gehört, dass die Kunden von erstklassigen Mobilitätslösungen profitieren sollen. Dies beginnt schon bei der Vorbereitung einer Bahnreise, d.h. mit dem Erwerb eines Bahntickets! Angesichts des recht komplexen Tarifsystems muss die Möglichkeit, beim Ticketkauf mit vertretbarem Zeitaufwand fachkundig beraten zu werden, dabei ein selbstverständlicher Servicebestandteil sein.

Verbandschefs von PRO BAHN und Bahnkunden-Verband trafen sich zum Gespräch

Zu einem dreistündigen Meinungsaustausch trafen am 13. 8. 18 der Präsident des Deutschen Bahnkunden-Verbands, Gerhard J. Curth, und der Bundesvorsitzende des Fahrgastverbandes Pro Bahn, Detlef Neuss, in Berlin zusammen. Das Gespräch fand in angenehmer Atmosphäre statt und war ergebnisoffen. Über weitere und vertiefendere Zusammenkünfte wollen die Verbandschefs mit ihren Vorständen beraten. Curth lud Neuss zur DBV-Bundesverbandsrats-Klausur am 10./11. 11. 18 nach Probstzella ein.

DBV-Mitgliedsverein Lumdatalbahn: Die präzise Planung ermöglicht eine sachliche Diskussion

Pressemitteilung  vom 21.08.2018
Die Diskussion um die Reaktivierung der Lumdatalbahn hat deutlich an Dynamik gewonnen. Die vorgesehene Kombination aus Bahn- und Busbedienung mit dem Verzicht auf einen Begegnungsbahnhof lässt die Kosten sinken. Damit steigt das absehbare Verhältnis von Nutzen und Kosten deutlich über eins und die Maßnahme wird prinzipiell förderfähig. „Nicht mehr und nicht weniger wurde bis jetzt von den Gutachtern festgestellt“

2 % des BIP für den Verteidigungshaushalt! Nur 0,26 Prozent für den ÖPNV?

31.07.2018: DBV sieht Zeit für eine grundsätzliche Diskussion gekommen

Die politische Mehrheit in der Bundesrepublik ist sich darüber einig, dass der Verteidigungshaushalt schrittweise bis 2024 auf 2 % des Bruttoinlandsproduktes* (BIP) angehoben werden soll. Die heutigen 1,24 % seien viel zu wenig. Der DBV wünscht sich eine ähnliche Diskussion auch für die Finanzierung des öffentlichen Verkehrs. Die „Regionalisierungsmittel“ – das sind die Zuweisungen des Bundes an die Bundesländer zur Bestellung von Nahverkehrsleistungen – werden nämlich im Vergleich mit dem BIP immer weniger.

Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs ist in den Städten und auch den ländlichen Regionen der Schlüssel für Lebensqualität und die Einhaltung der Umweltschutzziele. Dieser Zusammenhang scheint in der Politik noch nicht richtig angekommen zu sein. Deshalb ist es nach Meinung des DBV ein schlechtes Zeichen, wenn der prozentuale Anteil der Regionalisierungsmittel am BIP seit Jahren zwischen 0,24 und 0,26 Prozent schwankt. Die so gerne beschworene „Verkehrswende“ ist so nicht machbar, weil sie neben einer gesetzgeberischen Begleitung eben auch – wie der Verteidigungshaushalt – einer auskömmlichen Finanzausstattung bedarf. Deshalb hält es der DBV für notwendig, dass auch für die Finanzierung von Bahn- und Busverkehren eine breite Diskussion darüber beginnt, was uns der ÖPNV Wert sein soll. Vielleicht reichen ja schon 0,5 oder 0,8 Prozent?

Der Vergleich der letzten 13 Jahre sieht jedenfalls ernüchternd aus:

 

tabelle regm bip

Wäre es nicht schon ein gutes Zeichen, ab 2020 wieder den Stand von vor 15 Jahren - nämlich 0,31 % - zu erreichen? 

* Das BIP bezeichnet den Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen, die während eines Jahres in einer Volkswirtschaft als Endprodukte hergestellt wurden. Diese sehr theoretische Erklärung bedeutet in der Praxis eine ganze Menge Geld: 3,2 Billionen Euro für die Bundesrepublik. 

 

 

DBV stellt Umfrage zu den Regionalisierungsmitteln vor - Vorabversion ist im Internet verfügbar

(27.07.2018) Es geht um die Finanzierung des Schienenpersonennahverkehrs in Deutschland. Und diese Finanzierung ist existentiell, damit die Bundesländer ein gutes und attraktives Angebot bezahlen können – trotz absehbarer Steigerungen bei den Ausgaben. Doch danach sieht es nicht aus!

Im Sommer 2017 hat der DBV-Bundesverband bei den Verkehrsministerien der Bundesländer eine Umfrage gestartet. Einig sind sich alle: endlich wieder Planungssicherheit. Das war dann auch schon fast alles, was an positiven Reaktionen kam.

Besonders dramatisch wird das Ergebnis, wenn die Zahlungen auf Basis 2016 mit der Summe 2031 verglichen werden. Da können die westdeutschen Länder ein sattes Plus von 45 % verbuchen. Für die ostdeutschen Bundesländer kommt ein Mini-Plus von 7 % heraus. Vor dem Hintergrund, dass es jährliche Kostensteigerungen im ÖPNV-Segment von durchschnittlich um die 2 % gibt, wird die Dynamisierung durch die Teuerungen „aufgefressen“.

Der DBV befürchtet, dass die nicht ausreichende Finanzierung ab 2020 erste Abbestellungen kompletter Linien und spürbare Taktausdünnungen nach sich ziehen wird. Angebotsverbesserungen oder sogar Betriebswiederaufnahmen scheinen völlig abwegig.

Der DBV hofft, dass die Umfrage die Bundesländer sensibel werden lässt und sie sich schnellstmöglich um Nachverhandlungen mit dem Bundesfinanzministerium bemühen. Ansonsten könnte ein weiteres Streckensterben die Folge sein.

Die Vorabversion der Umfrage und Stellungnahme des DBV ist im Internet abrufbar: www.bahnkunden → Unsere Themen → Finanzierung.

Region Berlin-Brandenburg: Ausbau der Schieneninfrastruktur kommt endlich voran

(DBV-Nordost, 28.06.2018) Angesichts der seit Jahren wachsenden Bevölkerung in der Hauptstadtregion haben die Bundesländer Berlin und Brandenburg, der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) und die DB Netz AG im Oktober 2017 das Infrastrukturprojekt „i2030“ zur überfälligen Kapazitätserweiterung des Schienennetzes der Region Berlin-Brandenburg

DBV fordert Entrümpelung des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG)

(4.5.2018) GVFG – Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz. Was sich hinter dieser Abkürzung und dem sperrigen Wortungetüm verbirgt, umfasst seit dem Jahr 1997 jährlich den Festbetrag von ca. 333 Mio. Euro. Mit diesen Bundesmitteln können die Gemeinden verkehrliche Vorhaben zum Bau und Ausbau von Verkehrswegen kommunaler ÖPNV-Vorhaben finanzieren. Dieser Betrag wird bis 2021 auf 1 Milliarde Euro erhöht. Soweit, so gut.

Berlin und Brandenburg: Fast chaotische im Schienennetz der DB Netz AG und bei DB Regio

Der Vorstand des Länderverbandes Nordostdeutschland ist fassungslos über die Zunahme von Zugausfällen und Verspätungen im S-Bahn und Regionalverkehr in Berlin und Brandenburg. Wo und wann findet ein Management dieser schlechten Qualität der DB Netz AG durch den Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) statt? Die Politik scheint

DBV-Regionalverband Potsdam-Mittelmark hat Stellungnahme zum Landesnahverkehrsplan Brandenburg abgegeben

(5.12.2017, DBV-Regionalverband Potsdam-Mittelmark) Noch im Dezember 2017 soll durch das Brandenburger Landeskabinett der nächste, für 5 Jahre geltende Landesnahverkehrsplan (LNVP), genehmigt werden. Bedauerlich ist, wie in den vergangenen Jahren auch, dass es darüber keine Diskussion und Abstimmung im Landtag gibt. Die Mitglieder des DBV-Regionalverbands haben sich bei ihren zurückliegenden Treffen mit dem Planwerk auseinandergesetzt. Licht und Schatten liegen im Entwurf dicht beieinander.

Bahn, Bus und Fahrrad: die ideale Kombination als Antwort auf schlechte Luft

(DBV-Bundesverband, 29.11.2017) Die dritte Auflage des „Dieselgipfels“ gestern hat es gezeigt: die Automobilindustrie ist nicht bereit, einen spürbaren Anteil an der Umstellung auf umweltfreundlichere Antriebstechologien zu leisten. Bedauerlich ist, dass sie in dieser Haltung durch die Bundesregierung gestärkt wird.

Für den DBV ist die Kombination aus Bahn, Bus und Fahrrad eine der Antworten auf die Frage, wie kurzfristig in den Städten die Luftqualität verbessert werden kann. Wer sein Fahrrad in Bahn und Bus ohne Probleme mitnehmen kann, der hat einen Grund weniger sein Auto zu nutzen. Wenn dann auch noch Straßenbahnen und Busse zuverlässiger fahren, braucht es weniger Fahrzeugreserven für Verspätungen. Die Beschleunigung führt dazu, dass für die gleiche Strecke und den gleichen Takt weniger Fahrzeuge benötigt werden. Deshalb müssen nach Meinung des DBV in den kommenden Monaten Maßnahmen im Vordergrund stehen, die kurzfristig Verbesserungen bringen. Insbesondere die Beschleunigung von Bahn und Bus im Straßenraum kostet wenig und kann schnell zu Einsparungen führen.

Rastatter Tunnelabsenkung führt zu weiteren Einschränkungen

(16.08.2017) Gestern konnte Roland Morlock als Landesvorsitzender des Baden-Württembergischen Bahnkunden-Verband im SWR in einem Live-Interview seine Einschätzung zum Desaster im Schienenverkehr auf der Rheintal-Strecke vertreten (ab Minute 5:00).

Das Vereisungsverfahren, so Morlock in dem Interview, sei kaum erprobt. Deshalb verbiete sich eigentlich für einen solchen schwierigen Untergrund zum jetzigen Zeitpunkt eine Anwendung.

Der Clip ist unter 

http://avdlswr-a.akamaihd.net/swr/swraktuell/bw/tv/sendungen/1930/2017/08/959078.sm.mp4

in der Mediathek zu finden.

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