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Beladung eines DHL-Frachtflugzeugs

Zahlreiche Medien berichteten über Planungen der Deutschen Post AG, die Inlandsflüge für den Transport von Briefen einzustellen, um Kohlendioxidemissionen zu senken. Im Grundsatz ist diese Maßnahme überfällig und zu begrüßen. Der stattdessen angestrebte Langstreckentransport ausgerechnet per Lkw ist jedoch als Beitrag zum Klimaschutz nur sehr bedingt geeignet.

Im aktuellen Koalitionsvertrag von SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP wurde als Ziel für den Schienengüterverkehr eine Steigerung des Modal Splits an der Gesamt-Transportleistung auf 25 Prozent bis zum Jahr 2030 aufgenommen. Nicht nur von der Politik, sondern auch von Logistikunternehmen wie der Post müssen daher konkrete Konzepte zur Verkehrsverlagerung auf die Schiene bzw. zur Entlastung des Fernstraßennetzes erwartet werden. Zusätzliche Lkw-Verkehre sind hier keine Lösung und auch nicht mehr hinnehmbar.

Bereits die erst Anfang Oktober 2021 bejubelten Planungen der DHL zur Steigerung des Bahnanteils am Pakettransport von zwei auf nunmehr gerade einmal sechs (!) Prozent sind dürftig. Selbst die langfristig (noch dazu ohne jegliche Nennung von Terminen) angestrebten gerade einmal 20 Prozent am nationalen Pakettransport sind als Beitrag für den Klimaschutz deutlich zu wenig. Wie Dr. Sigrid Nikutta, Vorstandsvorsitzende der DB Cargo AG, dazu mitteilte, können dagegen mit einem einzigen Güterzug bis zu 100.000 Pakete transportiert und auf diese Weise zwischen 80 Prozent und 100 Prozent Kohlendioxid gegenüber dem Straßentransport eingespart werden!

U. a. auch für den Brieftransport müssen daher klima- und ressourcenschonende Transport-Lösungen mit Hilfe der Schiene umgesetzt werden! So fuhren beispielsweise in Frankreich bereits im Jahr 1984 TGV-Hochgeschwindigkeitszüge eigens für den Posttransport (TGV Postal). Auch wenn der TGV Postal angesichts des sehr deutlich rückläufigen Aufkommens an Briefsendungen schließlich im Jahr 2015 eingestellt wurde, sind damit sehr positive Alternativen zum Lkw-Transport entwickelt und umgesetzt worden. Mit dem italienischen MERCITALIA FAST existiert ein weiteres Beispiel für Hochgeschwindigkeits-Frachtverkehr. Auch in Deutschland gab es in der Vergangenheit bereits Post-Intercitys, die über Nacht kurze Fahrzeiten mit Geschwindigkeiten von bis zu 200 km/h ermöglichten. Derzeit bestehen mit der Einrichtung schneller Nacht-Verbindungen des Kombinierten Verkehrs (KV) Möglichkeiten, innerdeutsche Briefpost-Flüge überflüssig zu machen (eine Frachtversion des Hochgeschwindigkeitszuges ICE ist dagegen leider nicht verfügbar). Dringend korrekturbedürftig ist darüberhinaus die Fehlentscheidung der Deutschen Post, ihre Logistikzentren ohne Gleisanschluss zu bauen.

Der DBV fordert daher die Entwicklung und Umsetzung von Konzepten, mit denen die Verlagerung von Frachtverkehren auf die Schiene nicht nur angekündigt, sondern zeitnah auch Realität wird.

Für Rückfragen steht Ihnen Herr Christian Schultz unter der Telefonnummer 0152 04057621 gern zur Verfügung.

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