DBV schließt sich dem Vorschlag des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) an und fordert sofortige Umsetzung

Was kommt ab 1. September 2022, wenn es nach drei Monaten Gültigkeit das 9 Euro-Ticket nicht mehr gibt? Wie sollte eine Anschlusslösung aussehen, um den großen Erfolg dieses einfachen und attraktiven Angebotes mit einer deutschlandweiten Gültigkeit im Bahn- und Busverkehr fortzusetzen? Der DBV spricht für dafür aus, sofort den Vorschlag des VDV umzusetzen. Ansonsten könnte das Thema schnell von Agenda der Bundespolitik verschwinden.

Der VDV hat eine Monatskarte für 69 Euro pro Monat und Person für die bundesweite Nutzung des öffentlichen Nah- und Regionalverkehrs (U-Bahn, S-Bahn, Bus, Fähren, Regionalverkehrslinien) über alle bestehenden Verbund- und Tarifgrenzen hinweg vorgeschlagen.

Parallel zur sofortigen Umsetzung des VDV-Vorschlags soll im Rahmen der wissenschaftlichen Auswertung der dreimonatigen Projektphase ein dauerhaftes Preis-, Angebots- und Tarifmodell erarbeitet werden. Bis es jedoch hier zu greifbaren Ergebnissen kommt, könnten noch ein bis zwei Jahre ins Land gehen. Denn die Finanzierung ist sehr kompliziert und es gibt viele Stellen, die mitreden wollen.

Für den DBV ist klar, dass der Preis nur ein Baustein von vielen ist, der zum Gesamterfolg beiträgt. Es darf keinesfalls ein „verramschen“ geben. Parallel dazu erfordert der notwendige Auf- und Ausbau (Infrastruktur, Linien, Kapazitäten) einen langen politischen Atem und viel Geld. Mit diesen Maßnahmen muss schnell um spürbar begonnen werden. Nach Meinung des DBV sind die Fahrgäste auch bereit, dafür ihren finanziellen Teil zu tragen.

Die Finanzierung sollen sich das Bundesverkehrsministerium und die Bundesländer hälftig teilen.

Genauso wichtig wie der Fahrpreis an sich sind für die Bahn- und Buskunden

  • ein einfacher und verstehbarer Tarif ohne viele Ausnahmen und Sonderregelungen,
  • Grundversorgung ländlicher Regionen,
  • ausreichende Kapazitäten in den Fahrzeugen (für mobilitätseingeschränkte Kunden und Kundinnen, Stellplätze für Kinderwagen und Fahrräder),
  • verlässliche Angebote mit gesicherten Umsteigebeziehungen,
  • eindeutige Fahrplaninformationen und Informationen im Störungsfall.

Gerhard J. Curth, Präsident des DBV: „Der DBV erwartet von der Bundesregierung, dass sie gemeinsam mit den Bundesländern eine Nachfolgeregelung für das 9 Euro-Ticket findet. Es wird jedoch auf Dauer nur funktionieren,wenn der öffentliche Verkehr und der Umweltverbund insgesamt durch Angebotsverbesserungen und -ausweitungen gerade in ländlichen Regionen gestärkt wird. Ein preiswertes und attraktives Angebot für den Nah- und Regionalverkehr kann dafür ein Einstieg sein.“

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