Im Land Brandenburg soll der Regionalzugverkehr am 10. Dezember 2022 zwischen Joachimsthal und Templin Stadt eingestellt werden. Der Abschnitt war 2018 probeweise reaktiviert worden. Für eine Fortsetzung des Personenverkehrs hätten 300 Fahrgäste täglich erzielt werden sollen, was an Werktagen bisher leider nicht erreicht wurde.

Mit der Reaktivierung war allerdings kein Ausbau der Bahnstrecke verbunden, so dass die Regionalbahnen bis heute nur langsam vorankommen, in Joachimsthal längere Standzeiten haben und somit insbesondere für den Berufsverkehr wenig attraktiv sind.

Hingegen hat sich an Wochenenden insbesondere im Sommer 2022 gezeigt, dass die geforderte Zahl an Fahrgästen annähernd erreicht werden konnte. Daher fordern DBV und IGEB, den Abschnitt Joachimsthal—Templin Stadt zunächst saisonal für Züge im Ausflugsverkehr zu erhalten. Hier wäre der Busverkehr auch keine geeignete Alternative – vor allem weil die Mitnahme von Fahrrädern in Bussen (selbst mit Anhängern) deutlich schwieriger ist als mit der Bahn.

Ziel des Landes Brandenburgs muss es jedoch sein, den Tourismus im ländlichen Raum zu fördern. Abbestellungen von Regionalzugverkehren sind angesichts der Herausforderungen des Klimawandels, der angestrebten Verkehrswende und einer vorausschauenden Strukturpolitik für den ländlichen Raum nicht mehr zeitgemäß. Aus gutem Grund fordern auch die betroffenen Landkreise Barnim und Uckermark, die Schienenverbindung beizubehalten.

Die Regionalbahnstrecke 63 ist nicht nur in ihrer ganzen Länge zu erhalten, sondern Schritt für Schritt auszubauen. Nach Abschluss einer – von der DB AG ebenfalls gewünschten – Erneuerung der Strecke ließen sich dann gegebenenfalls auch wieder Regionalzüge an Werktagen anbieten.

Ein vorerst saisonaler Zugverkehr zwischen Joachimsthal und Templin wäre nicht zuletzt ein realistischer Kompromiss zwischen den unterschiedlichen Interessen der Beteiligten und im Sinne der Bürgerinnen und Bürger.

Christfried Tschepe, IGEB-Vorsitzender (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)
Michael Wedel, Vorsitzender des DBV-Länderverbandes Nordostdeutschland (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

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